Reinhard Weiß
Mein Web-Log

Die folgenden Abschnitte behandeln weitere technische Themen in einer losen Sammlung von Hinweisen, Untersuchungen und sonstigen Informationen, die ich von Fall zu Fall ergänze. Neu hinzugefügte Themen stelle ich immer vorn/oben auf der Seite ein (also die ältesten stehen hinten). Bei der Überarbeitung eines bestehenden Themas wird die Reihenfolge allerdings nicht mehr verändert. Das letzte Bearbeitungsdatum ist aber in der Fußzeile zu jedem Beitrag angezeigt. Die nachfolgende tabellarische Übersicht hingegen ist immer nach Aktualität sortiert (aktuellster Bearbeitungszustand steht vorn), so dass man schnell feststellen kann, wo es etwas Neues geben könnte.

Aber natürlich: diese Seite ist nie fertig, sie ist eine Dauerbaustelle :-)

Themen-Übersicht (Bearbeitungszustand chronologisch)

Thema

Typ

eingestellt

letzte Bearbeitung

Triarchy USB Spectrum Analyzer TSA6G1 (1 MHz - 6 GHz) Erfahrungsbericht in Planung  
Electronic Load ITECH IT8211 (60 V/30 A/150 W DC) Erfahrungsbericht
22.10.2016
02.12.2016
PC Fujitsu-Siemens ESPRIMO E5616 Erfahrungsbericht
24.09.2016
07.11.2016
Nostalgie: DCF77-Empfänger (Funkschau 1976), Nachträge und
Korrekturen, Ergänzungen, Aktualisierungen
 
Hinweise/Ergänzungen, Dokumente
22.06.2016
05.07.2016
Labornetzteil Korad KA3305P (2x30V/5A) Erfahrungsbericht
27.05.2016
28.05.2016
Marley Lüfter MT100VN2: Schaltung und Erweiterung Schaltungstechnik
09.04.2016
09.04.2016
Funktionsgenerator MHS-5225P (Serie MHS-5200) Erfahrungsbericht
02.02.2016
28.02.2016
Universal-Operationsverstärker-Platine von FPS-Berlin (Pollin 390 078) Dokumentation
20.02.2016
20.02.2016
Leitungssucher Laserliner CableTracerPro Erfahrungsbericht
27.11.2015
14.12.2015
Verkorkste Produkte: Schieblehre von pollin Warnung
11.11.2015
11.11.2015
LAN-Kabel Tester NS/SY-468/WZ0010 Erfahrungsbericht, Schaltungstechnik,
Fehlerbehebung
05.09.2011
07.02.2015
gefährliche Produkte: LED-Trafo Warnung
13.12.2014
13.12.2014
Batterie Trainer (Lade-/Enladegerät) Erfahrungsbericht, Schaltungstechnik
18.10.2013
02.01.2014
GS9000 DashCamera (DVR)
(der Link führt auf eine eigene Seite)
Erfahrungsbericht, Schaltungstechnik,
Fehlerbehebung
18.11.2013
18.11.2013
DVB-T Antennen Erfahrungsbericht
29.02.2012
13.11.2013
Labor-Netzgerät HCS-3204 Erfahrungsbericht
08.11.2013
08.11.2013
HP Officejet 4622 Installation Info
13.12.2012
13.12.2012
ReadyNas und WD Green Festplatten Anleitung
15.09.2012
15.09.2012
Gefälschte LiIon-Akkus Warnung
29.06.2012
29.06.2012
T-Online eMail Migration Anleitung
29.03.2012
29.03.2012
Professionelle Schaltungstechnik Info
02.02.2012
02.02.2012
Netzgerät RNG-1501 Erfahrungsbericht
15.01.2012
15.01.2012
Geschirrspüler Siemens LADY 782 Reparaturanleitung
05.09.2011
05.09.2011
AVR-Experimentierplatine Projekt Info
05.09.2011
05.09.2011
UHF-Bake mit Micrel Projekt Info
05.09.2011
05.09.2011
USBasp AVR-Programmer Info & Fehlerhinweis
05.09.2011
05.09.2011
ISP-Adapter 6-/10-polig Projekt Info
05.09.2011
05.09.2011
Solar/Akku-Stromversorgungen Erfahrungsbericht
19.08.2011
19.08.2011
Orbit Pocketlader Ladeadapter Projekt Info
10.01.2011
10.01.2011
Produktfälschung bei eBay (Flux) Warnung
25.12.2010
25.12.2010
Frequenzzähler VC3165/DVM13MFC2 Info
20.12.2010
20.12.2010
Heizkörper-Thermostat Classic Pro Info
22.12.2010
22.12.2010
Orbit Pocketlader, SIO-Schnittstelle Schaltungstechnik
10.11.2010
10.11.2010

DC Electronic Load IT8211

IT8211Elektronische Lasten sind elektronisch verstellbare Leistungs-Widerstände, um etwa die Belastungsfähigkeit von Stromversorgungen zu testen. Teilweise sind sie programmierbar, um wiederkehrende Test-Abläufe mit Belastungsänderungen zu vereinfachen. Das IT8211 von ITECH arbeitet digital und ist bis 150 W (DC 60 V / 30 A) belastbar. Es können 40 Sets an Einstellwerten abgespeichert werden und auch eine programmierbare Testsequenz für sich verändernde Belastungen ist möglich.

Das Gerät kostet bei Direktimport aus China unter 300 € (inkl. Steuer), allerdings gibt es auch Anbieter, die es für den doppelten Preis bewerben. Leider gibt es in Deutschland (und EU) keinen Anbieter, der das Gerät im regulären Programm hat und ähnlich günstige Preise bieten würde wie beim Bezug direkt aus China.

Das IT8211 hat neben der Programmierbarkeit des Widerstands (Betriebsart CR) auch die Betriebsart Konstantstrom (CC) und Konstantspannung (CV). Es zeigt an 2 4-stelligen LED-Displays die aktuelle Spannung und den fließenden Strom an, sowie die resultierende Leistung. Die Einstellauflösung bei Spannung ist 10 mV (bis 60 V), bei Strom 1 bzw. 10 mA (3/30 A) und beim Widerstand 1 mOhm bzw. 1 Ohm (10/4000 Ohm Einstellung). Die Leistung wird mit einer Auflösung von 1 bzw. 100 mW (10/150 W) angezeigt. Es hat auch eine Funktion, bei der man verschiedene Belastungsänderungen in 100 Schritten programmieren und ablaufen lassen kann (LIST-Funktion).

Meinen beschwerlichen Weg, an das Gerät zu gelangen, und meine ersten praktischen Erfahrungen damit schildere ich in meinem ausführlichen Bericht. mehr...

Stichwörter: electronic load, elektronische last, itech it8211, it8212, it8200, bk8540, bk precision, p2265, p2275, irfp250

(02.12.2016)


Desktop-PC Fujitsu-Siemens ESPRIMO E5616

E5616Zur Zeit (9/2016) gibt es von vielen Lieferanten einen gebrauchten Desktop-PC vom Typ ESPRIMO E5616 (Fujitsu/Siemens), der aus Leasingverträgen stammt ("refurbished") und zwischen 70 und 100 € kostet. Es handelt sich dabei um einen AMD Athlon 64 3500+, 2,2 GHz, mit 3 GB RAM (DDR2), eine 250 GB Festplatte, onboard Grafik mit NVIDIA GeForce 6150LE (128 MB) und sogar Windows 10 Home (64 Bit). Damit ist der kompakte PC zumindest für die typischen Office-Anwendungen gut geeignet. Bei den Angeboten ist allerdings weder Maus, noch Tastatur, noch sonst irgendwelche Hard- oder Software dabei, auch keinerlei CD, etwa für Recovery und Treiber, nur ein neues Stromversorgungskabel ist beigelegt. Als Zugabe gibt es G Data Internet Security mit 1 Jahres-Lizenz.

Nachfolgend schildere ich meine Erfahrungen mit dem Gerät und gebe Hinweise für die Auf- und Umrüstung. mehr...

Stichwörter: esprimo, e5616, siv, Athlon 64 3500+, ExperienceIndexOK

(07.11.2016)


Nostalgie: DCF77-Empfänger nach Funkschau 1976

DCF77-Empfänger DCF77-Funkuhren sind heutzutage eine Selbstverständlichkeit und einfache Funkwecker werden bereits für 5 Euro angeboten. Die technologische Entwicklung hat es möglich gemacht, vollständige Empfänger in 1 oder 2 Chips unterzubringen und eine Steuerung über Software dazu. Fertige Module zum Empfang des Senders, die die gesendeten Daten einfach zur Verfügung stellen, sind preiswert verfügbar, so dass man sich als Bastler über die Empfangstechnik kaum noch Gedanken machen muss (von der Störanfälligkeit abgesehen). Anders sieht es aus, wenn man spezielle Funktionen braucht, etwa eine Möglichkeit, seine Frequenzmessgeräte oder Sendeeinrichtungen mit einer Normalfrequenz zu vergleichen, die der Sender ebenfalls abstrahlt.

1973 war das ganz anders. Der deutsche Zeitzeichen- und Normalfrequenzsender mit dem Rufzeichen DCF77 begann in dem Jahr seine Aussendungen für Datum und Uhrzeit. Anfangs noch nicht durchgehend, sondern mit Pausen und gelegentlichen Abschaltungen bei Gewitter oder Reparaturen. Der Empfang ist heute bis etwa 2000 km um Mainflingen bei Frankfurt herum möglich und der Sender versorgt daher auch umliegende Länder. Aktuelle Infos dazu findet man auf den umfangreichen Seiten der PTB. Damals gab es keine erschwinglichen Empfangsgeräte dafür, kommerzielle Geräte kosteten weit über 1000 DM, und konnten trotzdem nur die Zeit anzeigen.

Mein Projekt eines modular aufgebauten DCF77-Empfängers begann im selbern Jahr. Ich hatte einige gute Ideen, um eine betriebssichere und störarme Empfangsmöglichkeit für Uhrzeit und Normalfrequenz zu schaffen, die letztendlich auch als eine Art Bauanleitung den Weg in die Zeitschrift Funkschau fand (1976, Hefte 22-26).

Die wenigsten Leser werden sich an diese Veröffentlichung erinnern, aber vielleicht gibt es noch Bastler, die sich damals nach dieser Anleitung einen Empfänger gebastelt haben oder sich dafür interessierten. Ich möchte nur zum Abschluss der Historie einige Ergänzungen nachtragen, auch Fehlerkorrekturen zu dem Artikel (die bislang nicht veröffentlicht wurden), Hinweise zum Nachbau mit kleineren Verbesserungen und sogar noch eine Weiterentwicklung in Bezug auf eine störarme Minutendekodierung ("digitales Minutenfilter"). Schaltungstechnisch ist das damalige Projekt heute kaum noch relevant, aber auch mit Einsatz von Mikrocontrollern könnten einige Ideen und Lösungsansätze möglicherweise durchaus noch interessant sein. mehr...

Stichwörter: dcf77, mainflingen, ptb braunschweig, normalfrequenz, zeitzeichen, funkschau, dl2yi, EP 0042913 A2, US 4440501 A, US 4440501, EP 1145432 A1, US 6791393 B1, NIST Technical Note 1337

(05.07.2016)


Labor-Netzgerät Korad KA3305P

KA3305P

Das Netzgerät KA3305P ist ein linear geregeltes Netzteil mit 3 Kanälen, 2 x 0-30 V / 5 A (regelbar) und 5 V / 3 A (fest). Es ist über einen PC programmier- und steuerbar und wird mit einer einfachen visualisierenden Software geliefert. Das Schnittstellenprotokoll ist weitgehend beschrieben, so dass man auch selber eigene Steuerungen erstellen kann. Es kostet bei Reichelt 269 € (KA3305D ohne PC-Schnittstelle 229 €; Stand 05/2016) und ist damit erheblich teurer als ähnliche Geräte, die ab etwa 140 € angeboten werden (z.B. MLINK APS3005S bei eBay, ohne PC-Schnittstelle). Welche funktionalen und qualitativen Unterschiede zwischen solchen Geräten bestehen, kann man an den zahlreichen Diskussionen in einschlägigen Foren erahnen. Mein Eindruck ist, dass das Korad-Gerät den höheren Preis wert ist. Im Folgenden gebe ich in Stichworten meine bisherigen Erfahrungen wieder und welche Vor- und Nachteile ich bis jetzt erkannt habe. Viele Informationen und Bilder vom Aufbau des Gerätes sind im eevblog-Forum zu finden, z.B. http://www.eevblog.com/forum/testgear/inside-the-new-korad-ka3305p-linear-psu/

Die wichtigsten technischen Merkmale:

Als negativ fiel mir auf:

Als positiv fiel mir auf:

Links

Stichwörter: LN-3003XIII, EDI3005CIII, CSI3005EIII, QJ3005EIII, PeakTech 6210, PeakTech 6075, PeakTech 6145, TENMA  72-2645, McPower LAB-2305, McPower Digi 302-05, AXIOMET AX-3005D-3, AXIOMET AX-3005L-3, ISO-TECH IPS3303, MLINK APS3005S-3D, ka3305d, ka3305p

(28.05.2016)


Marley Lüfter MT100VN2: Schaltung und Erweiterung

Marley MT100VN2Der Lüfter MT100VN2 ist ein 100 mm-Axialventilator mit verzögertem Nachlauf und automatischem Verschluss. Der verzögerte Nachlauf wird erst nach 2 Minuten* Einschaltdauer aktiv, die Nachlaufzeit ist einstellbar mit einem kleinen Poti (nur im Inneren betätigbar) zwischen 1 und 25 Minuten*. Der Lamellen-Verschluss (Jalousie) öffnet sich elektrothermisch 60 Sekunden* nach Einschalten und schließt nach dem Abschalten wieder. Das ist besonders bei Deckenmontage hilfreich und verhindert Zugluft. Eine Glimmlampe zeigt optisch den Betrieb an.

Zur Montage/Demontage muss man den Deckel abheben. Er rastet etwas schwergängig ein, was normalerweise kein Problem ist, wenn der Lüfter auf einer ebenen Wand montiert wird. Ist er aber wie im Bild links in eine Paneelwand eingelassen, reicht auch ein schmaler Spalt ringsherum nicht aus. Denn zur Aufhebelung der Rastung müsste man seitlich ein geeignetes Werkzeug (Schraubenzieher) einstecken können. Da das hier nicht geht, sollte man vor dem erstmaligen Aufrasten des Deckels eine seitliche Rastnase etwas abschneiden, um den Deckel mit nur wenig Kraft abheben zu können (nicht zu viel wegschneiden, sonst fällt der Deckel von allein von der Decke oder Wandschräge herunter). Das sollte man am besten vor der Montage ausprobieren.

Bei meiner Anwendung wollte ich noch weitere Ventilatoren (PC-Lüfter, z.B. Papst 4650N) parallel zu dem MT100 betreiben, die alle gemeinsam mit dessen Steuerung arbeiten. Da diese Erweiterung vom Hersteller nicht vorgesehen ist, habe ich mich genauer mit der Schaltung der elektronischen Steuerung befasst. Als Schaltelement wird hier kein Relais verwendet, sondern ein Triac (Z0103MA) im TO92-Gehäuse. Im Prinzip wäre es möglich, dass man weitere (steuerlose) 230 V-Ventilatoren parallel zum eingebauten Ventilator beschaltet, weil der Triac das noch leisten sollte (belastbar bis etwa 90 W bei 25 °C, Eigenverbrauch 20 W*). Allerdings wollte ich kein Risiko eingehen und habe hier lieber ein 230 VAC Trennrelais eingesetzt (z.B. Finder F4052-AC230, etwa bei Pollin 340 496). Seine Steuerseite (Spule) liegt parallel zum Motor (und dem Verschluss), die Kontakte schalten die Phase (L) auf eine separate Ader, an der weitere Ventilatoren gegen N geschaltet sind.

Ich habe zur genaueren Analyse die Schaltung der Steuerplatine im MT100 nachverfolgt und dokumentiert. Bei den Transistoren im SOT-Gehäuse ist nur der 2-stellige Code (z.B. "1F") aufgedruckt, der nicht immer eindeutig nur zu einer bestimmten Typenbezeichnung passt. Die Umsetzung in die wahrscheinliche Typenbezeichnung habe ich mit roter Schrift kenntlich gemacht. Den Wert von C5 konnte ich nicht ablesen, er wird wohl 100 oder 220 µF haben, die Diode D3 dürfte ein Universaltyp sein.

Achtung!Achtung! Die Schaltung ist nicht galvanisch vom Netz getrennt. Lebensgefahr! Nicht unter Spannung arbeiten. Das Oberteil des Ventilatorgehäuses kann jedoch, etwa zur Reinigung, gefahrlos vom Unterteil abgehoben werden (nach Lösen der 4 Schrauben), ohne die Anlage spannungslos zu schalten.

Marley MT100VN2 Schaltplan

An L und N wird die Netzspannung zugeführt, L1 ist das Steuersignal, das zum Einschalten des Ventilators auf Phase (L) geschaltet wird. An den Klemmen 4 und 5 werden der Verschluss und der Ventilatormotor parallel angeklemmt. Das Erweiterungsrelais (nicht gezeichnet) liegt ebenfalls hier parallel mit seiner Spule (über kurze Drähte auf der Platine verlötet).

Die Funktion der Schaltung ist zwar einfach, aber etwas eigenwillig realisiert. Um die Schaltung besser zu verstehen, habe ich den Bezugspunkt N nach oben gezeichnet, so dass alle DC-Spannungen, die negativ zu diesem Bezug sind, so gerichtet sind, dass "+" wieder oben in der Schaltung ist. An dem Elko C2 wird eine (negative) Betriebsspannung von 24 V mittels Zenerdiode D1 über C1/R2 direkt aus der Netzwechselspannung erzeugt. Die Transistoren T1 und T2 sind Schaltstufen, die den Nachlauf-Verzögerungskreis mit C5 und dem parallel liegenden Poti ein- und ausschalten. Im Ruhezustand (Ventilator AUS) ist T1 leitend, T2 gesperrt und der Elko C5 entladen. T3 dient als hochohmige Auskopplung, während T4 und T5 einen Schmitttrigger darstellen, der bis zu einer bestimmten Entladespannung von C5 den Triggerstrom für TR1 liefert. Noch ist T4 leitend, T5 gesperrt und der Triac bekommt keine Triggerung.

Wenn L1 an Phase geschaltet wird (Ventilator EIN), entsteht an C3 etwa -30 V. Da diese Spannung negativer als die -24 V Betriebsspannung ist, sperrt Diode D4, D5 wird leitend und zieht den Emitter von T3 nach unten. Damit wird T4 gesperrt und T5 leitet, der Triac zündet.

Da C4 sich nur langsam über R6 entlädt, bleibt T2 noch gesperrt und C5 bleibt entladen. Wird innerhalb der ersten 2 Minuten* die Spannung von L1 wieder abgeschaltet, geht die Schaltung wieder in den Ruhezustand über.

Bleibt L1 jedoch länger eingeschaltet (> 2 Min*), entlädt sich C4, T1 sperrt und T2 wird leitend und lädt C5 auf. Da der Emitter von T3 noch immer über D5 herunter gezogen wird, bleibt T4 gesperrt und T5 leitend, also der Triac eingeschaltet.

Wird L1 dann danach abgeschaltet, wird T1 wieder leitend, T2 sperrt und C5 kann sich langsam entladen (Beginn der Nachlaufzeit). Am Anfang ist T4 noch gesperrt (T5 leitend, Triac eingeschaltet), bei genügend Entladung wird T4 aber wieder leitend und T5 sperrt und schaltet damit den Triac wieder aus. Genauer gesagt, fehlt der Triggerstrom zum Halten der Zündung, so dass beim Absinken des Laststroms unter den Haltestrom des Triacs (ca. 7 mA*) der Triac abschaltet und nicht wieder einschaltet. Die Entladedauer für C5 hängt von der Einstellung des Trimmers ab, womit etwa 1 bis 25 Min* für die Nachlaufzeit einstellbar sind (im Uhrzeigersinn gedreht erhöht die Zeit).

Wenn man sich die Spannungsverhältnisse ansieht, fällt auf, dass die erzeugten -30 V der geschaltete Phase (an C3) eigentlich zu gering sind (man würde aufgrund der Beschaltung mit R4, R3 und R5 eher mit -56 V rechnen). Grund dafür ist, dass der Transistor T3 in diesem Zustand im Inversbetrieb arbeitet, d.h. die Emitter-Basisstrecke wird in Sperrrichtung belastet, wobei etwa 5 V (Sperrspannung) abfallen und die Collector-Basis-Diode wird leitend. Damit wird die Emitterspannung bis auf etwa 5 V unter die -24 V Betriebsspannung gezogen, was die Spannung an C3 auf die -30 V begrenzt.

Marley MT100VN2Falls jemand Details zur Leiterplatte sehen möchte, habe ich eine Darstellung, wo die Unterseite gespiegelt unterhalb der Bestückungsseite gezeigt wird (wie in Durchsicht). Durch Vergleich der beiden Bildhälften kann man sehr leicht die Bestückung und Leiterbahnführung verfolgen.
_______

*) Angaben laut Hersteller, keine eigene Nachprüfung

Stichwörter: marley, mt100vn2, triac, z0103ma, epcs587/7, p565-5, pollin 340 496, Finder F4052-AC230

(09.04.2016)


Universal-Operationsverstärker-Platine von FPS-Berlin bzw. Pollin

Bei Pollin gibt es eine interessante Platine (Bestell-Nr. 390 078), um Schaltungen mit Operationsverstärkern (OPV) auszuprobieren. Es handelt sich um eine unbestückte Platine mit den Abmessungen 74x40 mm, auf der ein LM358-kompatibler Dual-Operationsverstärker eingesetzt werden kann. Für etwa 20 verschiedene Anwendungsschaltungen sind je Zweig 7 Einbauplätze für Bauteile vorgesehen (Widerstände, Kondensatoren) und eine Anzahl Brücken, um die Verbindungen entsprechend vorzunehmen. Die Platine wurde von FPS-Berlin entwickelt, woher man sie auch alternativ beziehen kann.

Die vollständige Grundschaltung eines OPV-Zweigs (im Bild A) und das Platinenlayout zeigen die folgenden Bilder (vergrößern mit Klick):

OPV-Platine FPS-BerlinOPV-Platine FPS-Berlin

Der B-Zweig der Schaltung sieht gleich aus, zusätzlich gibt es noch Sonderbrücken (in obiger Schaltung nicht dargestellt), um beide Zweige auch miteinander verkoppeln zu können (etwa 2-stufige Verstärker). Je nach gewünschter Schaltung werden die nötigen Bauteile (Widerstände, Kondensatoren) auf den Einbauplätzen R1-R6, L (linkes Layout) platziert und entsprechende Brücken (JP1-8, GND, V+-) gesetzt, die auf der Lötseite/Unterseite (rechtes Layout) aktiviert werden. Dazu müssen kleine Zinnflächen mit dem Lötkolben "verschmiert" werden. Einen vollständigen Stromlauf gibt es vom Hersteller nicht, daher habe ich hier die Gesamtschaltung dargestellt (ohne Garantie!). Beim IC und den anderen Bauteilen können wahlweise THT- (DIL8 bzw. 0207/10 mm) oder SMD-Versionen (SOIC8 bzw. 0603/0805) eingesetzt werden. Für die Anschlussdrähte zu Ein- und Ausgängen und Stromversorgung sind die Löcher und Pads mit IN, OUT, V-, V+, GND beschriftet.

Als Beispiel ist im folgenden Bild ein doppelter Subtrahierverstärker dargestellt (A und B unabhängig verwendbar; Bild vergrößern mit Klick):

OPV-Platine FPS-BerlinOPV-Platine FPS-BerlinOPV-Platine FPS-Berlin

 

 


Die blau markierten Bauteile (Widerstände, IC) werden bestückt (linkes Layout), die blau markierten Brücken werden auf der Unterseite aktiviert (rechtes Layout) und die blauen Kontakte/Löcher dienen dem Anschluss von Drähten für die externe Verdrahtung (IN/OUT/V+-/GND).

Der Hersteller gibt für 20 verschiedene Schaltungen, die jeweils im Zweig A oder B (auch gleichzeitig) realisiert werden können, genaue Belegungen und Hinweise, teilweise mit Berechnungsformeln. Bei den mit "A+B" nachfolgend markierten Anwendungen werden für 1 vollständige Schaltung beide OPV-Zweige (A + B) benötigt.

Falls man andere oder zusätzliche Beschaltungen benötigt, muss man sich mit "wilder" Verdrahtung behelfen, möglicherweise kann man die Brücken-Pads auf der Unterseite mit verwenden. Hierzu kann die Gesamtschaltung hilfreich sein.

Als Operationsverstärker sind alle geeignet, die dasselbe Layout haben wie der Dual-OPV LM358, z.B.:

LM358


Ich habe mit der Platine noch keine Schaltungen erprobt, aber ich habe das Gefühl, dass das Layout nicht sehr professionell gestaltet ist (im Handbuch wird auch von Schwingneigung gesprochen). Die Stromversorgungsleitungen und GND sind z.B. nicht breit und flächig ausgeführt, ein Abblockkondensator für die Versorgungsspannung ist nicht vorgesehen. Hier sollte man sicherheitshalber immer eine Abblockung/Filterung vornehmen, zumal die Anschlussleitungen relativ lang werden können. Den Kondensator kann man etwa auf dem nicht belegten IC-Platz oder direkt über die Anschlüsse des IC verlöten. Wenn eine symmetrische Versorgung mit Bezug zu GND (zwischen V+/V-) verwendet wird, sollten von V+ und V- separate Kondensatoren geschaltet werden.

Die Beschreibung des Herstellers ist unter folgenden Links ladbar:

Stichwörter: fps-berlin, opv, universal.operationsverstärker-platine, lm358, pollin 390078

(20.02.2016)


DDS Funktionsgenerator MHS-5225P (Serie MHS-5200)

Der Funktionsgenerator der Serie MHS-5200 von mhinstek hat 2 unabhängige Kanäle, die je nach Version mit bis zu 6 MHz (MHS-5206) bzw. 25 MHz (nur Sinus, MHS-5225) verschiedene Kurvenformen abgeben, z.B. Sinus, Rechteck, Dreieck und benutzerdefinierte. Die Version mit "P" am Ende hat darüber hinaus noch einen zuschaltbaren 15 W-Leistungsverstärker (PA), der aber nur bis 80 kHz (Breitbandversion bis 5 MHz, "P+") spezifiziert ist. Als interessantes Feature gibt es die Möglichkeit, frei programmierbare Signalverläufe (Arbitrary) mit 1024 Punkten und 8 Bit Amplitude in 16 Speicherplätzen abzulegen. Je nach Version kostet das Gerät bei eBay zwischen etwa 58 € (65 US$) (6 MHz) und 105 € (118 US$) (25 MHz mit PA) bzw. 130 € (146 US$) (Breitband PA 5/25 MHz, derzeit vergriffen) oder 123 € (97 GBP) (Preise jeweils ohne Zoll/Steuer, Stand 02/2016).

MHS-5200Man kann von dem Gerät keine Wunder erwarten, aber für einfache Anwendungen ist es sicher gut einzusetzen und dafür erstaunlich günstig. Ähnliche Geräte gibt es bei eBay unter der Bezeichnung FY2202S (ab 48 €) oder FY3224S. Die Geräte werden im Netz zum Teil detailliert besprochen, allerdings nur in englischsprachigen Foren und Youtube-Videos. Dabei zeigen sich einige Schwächen, mit denen man leben muss (z.B. Jitter, Überschwinger, Verzerrungen), teilweise gibt es Abhilfemaßnahmen. Sehr aufschlussreich sind die Videos Review and Teardown und Fixing zum MHS-5200. Unter Analog Zoo findet man den Stromlauf für die Modifikationen des Ausgangsverstärkers. Ich habe hier einen Belegungsplan der Platinen erstellt (Version mit Leistungsverstärker).

Der Ausgangsverstärker scheint einen Designfehler zu haben, weil die Verzerrungen der Sinusschwingung bei großer Ausgangsspannung und hoher Frequenz ungewöhnlich hoch sind. Ab etwa 12 MHz sind bei 13 Vss z.B. deutliche Verzerrungen der Sinuskurven zu erkennen. Reduziert man die Ausgangsspannung auf z.B. 2 Vss, ist die Kurvenform auch bei 25 MHz noch gut. Wie in den Videos gezeigt wird, scheint das u.a. an zu geringer Betriebsspannung (+/-9 V) des Endverstärker-ICs zu liegen bzw. an einem ungeeigneten IC-Typ (AD812), der eine zu geringe Slew Rate habe. Durch ungünstige Filterdimensionierung sind zudem die Überschwinger beim Rechteck zu hoch (bis 15 %). Wenn man das Verstärker-IC austauscht (z.B. gegen THS3092D) und auch die Filterkomponenten anpasst, kann man Verzerrung (beim Sinus) und Überschwinger (beim Rechteck) deutlich verbessern. Details dazu siehe unten bei den Links.

Die folgenden Eigenschaften und Eigenarten sind mir bei ersten Tests aufgefallen:

Einige wichtige Links:

Stichwörter: mhs5225p, mhs-5200, fy3200, fy3224s, fy2202s, fy2200s, lcmx02, tda2030, ths3092, lüftersteuerung, ksd-01f, bimetall thermoschalter

(erstellt 02.02.2016, zuletzt bearbeitet 28.02.2016)


Leitungssucher Laserliner CableTracerPro (und baugleiche)

Um zu verhindern, dass es beim Bohren in die heimische Wand zu unliebsamen Überraschungen kommt, werden zahlreiche "Leitungssucher" in Baumärkten und bei Discountern angeboten, die Elektroleitungen und Metallteile detektieren können, manche können darüber hinaus auch Hohlräume erkennen. Die billigsten Geräte kosten keine 10 €, aber es gibt dort auch solche für über 100 €. Daneben gibt es im professionellen Bereich auch Spezialgeräte zum Suchen von Elektroleitungen, die einige Tausend € kosten können. Dass es da auch qualitätsmäßig Unterschiede gibt, kann man sich vorstellen. Der Schwachpunkt bei den Geräten der unteren Preisklasse ist die Ortung von Elektroleitungen. Im einfachsten Fall arbeiten sie nur mit einer LED, die den "50 Hz-Netzbrumm" in der Nähe einer unter Spannung stehenden Leitung anzeigt, was sehr ungenau ist. Da gibt es bessere Verfahren.

Ich habe mich mit dem CableTracerPro von Laserliner beschäftigt, dessen Aufgabe es ist, Elektroleitungen aufzuspüren bzw. zu verfolgen, der aber auch noch Sonderfunktionen bietet (etwa Unterbrechung und Kurzschluss finden). Das Gerät (siehe Bild) kostet so um 220 € und es gibt einige baugleiche (aber mit unterschiedlichem Design), z.B. von Conrad das Voltcraft LSG-10, von PCE das PCE-CL 10, von Peaktech das 3435 und exotische OEM-Versionen wie PANCONTROL 330.121. Laserliner CableTracerProAnders als Billiggeräte arbeitet diese Gerätekategorie mit einem aktiven System, bestehend aus einem Sender/Geber (links im Bild) und einem Empfänger mit Anzeigeeinheit (rechts im Bild). Der Sender wird über Messleitungen mit der Leitungsinstallation verbunden und sendet eine kodierte HF-Schwingung (125 kHz) in das Leitungsnetz. Der Empfänger arbeitet induktiv und ist selektiv für dieses Signal. Über eine Intensitätsanzeige erlaubt er die Verfolgung der Strahlung über Wände und Räume. Da die Strahlung in der Nähe einer Leitung, die irgendwie mit dem übrigen Netz verknüpft ist (z.B. direkt oder kapazitiv), am stärksten ist, kann man so recht einfach Leitungen verfolgen. Da man auch selektiv bestimmte Stromkreise über die Sicherung oder Lichtschalter trennen und die Empfindlichkeit anpassen kann, lässt sich die Suche effektiver gestalten als mit üblichen "Netzspannungssuchern", die nur den 50 Hz-Brumm detektieren.

Nachfolgend schildere ich meine Erfahrungen mit dem CableTracerPro. Ich habe verschiedene Messungen vorgenommen und denke, dass das Gerät zum Verfolgen von Leitungen, auch über mehrere Räume, recht brauchbar ist. Allerdings muss man sich eingehend mit den Eigenarten dieses Systems beschäftigen, um effektiv zu suchen und erfolgreich zu sein. Trotzdem darf man sich nicht darauf verlassen, dass es sicher erkennen kann, dass an einer Stelle, wo man bohren will, tatsächlich keine Leitung ist. Im Grunde muss man wissen bzw. herausfinden, wo Leitungen verlaufen und muss sie dann bis zu der fraglichen Stelle verfolgen, ob sie da entlang laufen, wo sie stören könnten. Von dieser Stelle sollte man dann einen sicheren Abstand halten.

weiterlesen...

Stichwörter: kwb 0116-00, Voltcraft LSG-10, PCE-CL 10, PEAKTECH 3435, PANCONTROL, Fluke 2042, Beha-Amprobe, elv ma230, pollin bopla, brennenstuhl, ncv, sense, sig, nym, nyif

(14.12.2015)


Verkorkste Produkte: Schieblehre bei Pollin

Bei Pollin gibt es unter der Bestellnummer 830250 eine Schieblehre zum konkurrenzlos günstigen Preis: sie kostet 0,50 € (11/2015)!

SchieblehreNatürlich kann man hier kein Präzisionswerkzeug erwarten, für einfache Anwendungen bzw. geringe Ansprüche sollte sie aber geeignet sein. Im Prinzip kann man mit dem Plastikding bis zu 80 mm Weite messen, für Innen-, Außen- (80 mm) und Tiefenmaße (54 mm). Allerdings hat bei diesem Produkt der Designer das Prinzip des Nonius nicht verstanden. Üblicherweise hat die Nonius-Skala auf dem beweglichen Schieber 10 Teile, die aber auf nur 9 Teile der Hauptskala verteilt sind ("9/10 LE"). Wenn man den Schieber ganz nach links zum Anschlag bewegt, endet der 10. Teilstrich des Schiebers auf dem 9. Teilstrich der Hauptskala.

Zum Ablesen addiert man zu dem letzten Teilstrich der Hauptskala, der vor dem 0-Punkt des Schiebers liegt, die Anzahl der Teilstriche auf dem Schieber bis zu demjenigen Teilstrich, wo Schieber- und Hauptskala-Teilstrich zu einander den geringsten Abstand haben.

Nun, der Designer bei diesem Teil hat zumindest gewusst, dass der letzte Teilstrich des Schiebers mit dem 9. Teilstrich der Hauptskala (9 mm) übereinstimmen muss, wie im linken Bild unten zu sehen. Aber hoppla, da stimmt doch etwas nicht. Der Nonius hat ja nur 9 Teilstriche statt 10, wie man leicht nachzählen kann. Der letzte lange Teilstrich am Schieber ist wirklich nur der 9., nur so war diese Forderung erfüllbar (toller Trick).

Schieblehre 0 Schieblehre 10,5Leichte Verwirrung. An dem Bild sieht man aber auch noch einen zweiten Fehler: alle Teilstriche auf dem Schieber haben doch den gleichen Abstand wie die auf der Hauptskala! Das kann nicht gut gehen, Nonius ist etwas anderes.

Wenn man nun versucht, diesen "Nonius" zu nutzen, gibt es natürlich Probleme: Im rechten Bild ist ein Beispiel für den Messwert 10,5 mm dargestellt. Zu dem Hauptwert 10 (mm) müssten eigentlich 5 Striche auf dem Nonius abzählbar sein, bis ein Teilstrich mit einem Teilstrich der Hauptskala übereinstimmt. Da tut man sich aber schwer, denn es gibt keinen einzigen Nonius-Teilstrich, für den das zutrifft. Wie auch, wenn beide Skalen gleiche Teilung haben. Dieser Nonius ist also unbrauchbar.

Wer diese Zusammenhänge nicht kennt oder sich darüber informieren möchte, sollte mal die Wiki-Seite dazu aufrufen.

So bleibt dieses verkorkste Produkt leider nur ein Spielzeug.

Stichwörter: pollin, schieblehre, schublehre messschieber, kaliber, 830250, nonius

(11.11.2015)


Gefährliche Produkte bei eBay: LED-Trafos

Bei eBay gibt es erstaunlich günstige elektronische Trafos für LED-Lampen. Je nach Typ sind auch bei einfachen Geräten die abgebbaren Leistungen bei nominell 12 V Ausgangsspannung bis zu 50 W laut Beschreibung. Dabei kosten diese Module nur etwa 1 bis 3 EUR (mit Versandkosten aus China!). Das ist schon beachtlich wenig. Damit die Ausgangsspannung sicher vom Netz getrennt ist, sind Transformatoren erforderlich, die üblicherweise das teuerste Teil eines solchen Gerätes sind. Safety Transformer

Das Bild links zeigt das Symbol eines kurzschlussfesten Sicherheitstransformators, wie es auf den meisten Geräten angebracht ist. Dies soll neben dem CE-Zeichen die Sicherheit vor gefährlichen Berührungsspannungen in der Anwendung (auch im Fehlerfall) bezeugen. Dazu muss der Trafo bestimmte Sicherheitseigenschaften (Isolation, Kriechstrecken, Überlastfähigkeit) besitzen.

Unten zeige ich 3 Beispiele von solch preiswerten elektronischen Trafos für LED-Lampen, mit ihrem Innenleben, wie sie bei eBay oder Amazon angeboten werden. Wenn man sich die aber genauer anschaut, kommt man zu erschreckenden Erkenntnissen.

Beispiel (1) (1. Bildreihe) verwendet einen Trenntrafo, aber im Layout der Leiterplatte sind keinerlei Kriechwege zur Trennung des Ausgangs vom Eingang eingeplant. Die beiden äusseren Kontakte unten rechts im Layout sind die beiden weißen Leitungen des Ausgangs. Sie gehen ohne weitere Beschaltung an die Trafoausgangswicklung (die 4 Kontaktstellen um den Schriftzug "ET"). Diese Leitungen müssten von allen übrigen netzspannungsführenden Leitungen einen Kriechweg von mindestens 5 mm haben (siehe hier und hier), wenn sie nicht anderweitig geschützt sind (Schutzlack). Tatsächlich sind die Abstände hier Zinn zu Zinn max. 1,7 mm, bei Kupfer zu Kupfer (der Lötstopplack gilt nicht als sichere Isolation) sogar nur 0,9 mm. Als Referenz zum Nachmessen: die 4 Gleichrichterdioden rechts haben jeweils 3,0 mm seitlichen Mitten-Abstand. Die zu geringen Kriechwege bergen die Gefahr, dass netzseitige Überspannungsspitzen auf die LED-Leitungen gelangen und bei Berührung zu gefährlichen Stromschlägen führen können.

Im Beispiel (2) (2. Bildreihe) wird ebenfalls ein Trenntrafo eingesetzt, aber im Layout (Unterseite im rechten Bild dargestellt) ist wieder keinerlei Kriechweg zur sicheren Trennung zu sehen. Als Schaltregler wird ein MT7953 (Gehäuse SO8) eingesetzt, zu dem es viele Applikationsbeispiele gibt. Das IC liegt auf der Netzseite. Die beiden Kontakte rechts unten im Layout, rechts neben dem Schriftzug "R2" sind die Kontakte an der Sekundärseite des Trafos. Der Ausgang wird von hier über eine Gleichrichterdiode (auf der anderen Platinenseite) und einem Glättungskondensator (im Layout der gelbe Chip rechts außen) auf die Ausgangsleitungen geführt, die oberhalb (V+) und unterhalb (V-) des gelben Ausgangskondensators kontaktiert sind. Bei diesem LED-Trafo ist kein Zeichen für Sicherheitstrafo aufgedruckt. Auch hier besteht ein Unfallrisiko.

Eine ganz andere Frage ist noch, ob die verbauten Trafos überhaupt die für die sichere Trennung erforderliche Spannungsfestigkeit haben. Bei solch kleinen Bauformen ist es schwierig, die notwendigen Isolierungen zwischen den Wicklungen und den herausgeführten Drähten(!) unterzubringen. Mein Vertrauen hierin ist nicht groß.

(1) (1) yamet Modul (1) yamet Bestückung (1) yamet Layout

(2) (2) bx Modul b(2) bx Bestückung oben (2) bx Bestückung unten

(3) (3) yam Modul (3) yam Bestückung (3) yam Schaltung

Beim Beispiel (3) (3. Bildreihe) wird es nun ganz gefährlich. Obwohl auf dem Typenschild das Zeichen für Sicherheitstrafo angebracht ist (das 4. Zeichen von links), enthält das Modul überhaupt keinen Transformator! Das erkennt man schon an der Bestückung auf dem mittleren Bild. Es handelt sich vielmehr um ein Kondensatornetzteil, bei dem keinerlei Netztrennung möglich ist. Den von mir aufgenommenen Stromlauf habe ich im rechten Bild dargestellt (mit Klick darauf wird die Darstellung größer). Daran ist deutlich erkennbar, dass die Ausgangsleitungen je nach Polung der Netzspannung auf dem Potential der Netzspannungsphase liegen können. Solch eine Beschaltung ist üblich und vertretbar, wenn die damit gespeiste LED direkt mit dem Modul zusammengebaut ist, in einer Weise, dass man mit der LED in keinem Fall in Kontakt kommen kann. Dies kann ein argloser Käufer dieses Artikels aber nicht erkennen. Die Bezeichnung für Sicherheitstrafo ist also betrügerisch und gefährlich. Noch dazu ist der Netz-Kondensator C1 nicht wie erforderlich ein X-Kondensator mit ausreichender Spannungsfestigkeit und Sicherheit. Das ist eine weitere Gefahrenquelle.

Ich habe den Verkäufer bei eBay (der Artikel wird auch bei Amazon verkauft) auf diesen Fehler aufmerksam gemacht. Wie zu erwarten konnte er mir aber keine technische Erklärung geben, er hat statt dessen seinen Lieferanten ansprechen wollen. Bei erneuter Nachfrage hat der Verkäufer dann einfach behauptet, dass er gar "kein CE" habe ("Unfortunately, we do not have a CE, hope you can understand."). Einmal abgesehen davon, dass er dann den Artikel in Europa gar nicht in Verkehr bringen dürfte, ist das aufgedruckte CE also auch ein Fälschung. Das scheint ihm aber egal zu sein. Man kann vor der Benutzung dieses Artikels nur warnen.

GefahrZusammenfassend würde ich jedem empfehlen, der solche Billigteile einsetzen will, die LED isoliert einzubauen und so abzudecken, dass keine Berührung spannungsführender Leitungen möglich ist. Auf eine Montage in Möbeln oder auf brennbaren Oberflächen würde ich trotz Markierung mit dem Möbelkennzeichen (die 2 auf der Spitze stehenden Dreiecke mit dem M) vermeiden.


Stichwörter: LED Trafo, Sicherheitstransformator, Kondensatornetzteil, MT7953, eBay ether-deal

(13.12.2014)


Labor Netzgerät HCS-3204 (Manson)/PPS-11815 (Voltcraft)

Von Manson gibt es die HCS-Reihe von Labor-DC-Netzgeräten, die teilweise auch von Conrad (bzw. Völkner, digitalo) unter der Marke Voltcraft (PPS-...) verkauft werden. Bei ELV werden nur wenige dieser Geräte unter der HCS-Bezeichnung angeboten. Die Leistungsgrenze dieser von Conrad/ELV vertriebenen Modelle liegt bei bis zu 360 W (18 V / 20 A bzw. 36 V / 10 A), andere aus der HCS-Modellreihe gehen sogar bis zu 900 W (z.B. HCS-3600 mit 15 V / 60 A bei www.thiecom.de). Das HCS-3204 wird z.B. bei Conrad als PPS-11815 verkauft und hat einstellbar 1-60 V bei bis zu mind. 5 A. Die Einstellung von Spannung und Strombegrenzung erfolgt über digitale Drehregler. Wahlweise kann auch eine Drahtfernsteuerung zur Einstellung über Potis oder Stellspannungen (0-5 V) angeschlossen werden. Die meisten Geräte können über USB mit einem PC bedient werden, wobei die einfach zu benutzende Bedienoberfläche auch bis zu 20 programmierbare Schritte für eine Ablaufsteuerung ermöglicht. Daneben gibt es ein beschriebenes Software-Protokoll, das eine individuelle Programmierung und Bedienung über beliebige Programmiersprachen erlaubt (serielle Kommunikation).

HCS-3204Wer sich für das Innenleben und praktische Erfahrungen mit diesen Geräten interessiert, findet am Ende einige Links dazu. Reizvoll ist das PC-Interface mit freier Programmierung, wo man sich seine eigenen Testabläufe erstellen kann (siehe Beispiel unten). In vielen Fällen ist sicher die mitgelieferte Software auch ausreichend, zumal die Ablaufschritte visualisiert und gespeichert werden können. Wer aber mehr als 20 Schritte benötigt oder die Steuerung ohnehin gleich in Excel integrieren möchte, kann sich sein eigenes Steuerprogramm (etwa mittels VBA) erstellen. Es gibt Befehle zum Stellen von Soll-Strom und -Spannung, zum Auslesen von Ist-Strom und -Spannung, zum Verwalten der 3 Voreinstellungsspeicher, zum Abschalten des Ausgangs und Abfrage der Geräteeigenschaften.

Die Bedienungsanleitung ist ausreichend, die Dokumentation des Schnittstellenprotokolls ist allerdings sehr dürftig geraten. Es gibt von den Anbietern z.B. der Geräte HCS-3200/3202/3204 (PPS-13610/16005/11815) unterschiedliche Gerätebeschreibungen, etwa von Manson (englisch) selber, ELV (Anleitung deutsch, Original englisch, Übersichtsblatt englisch) und Conrad (Bedienungsanleitung deutsch, Schnittstelle englisch). Leider ist die Schnittstellenbeschreibung teilweise fehlerhaft (ELV) oder unvollständig (Manson, Conrad). Man wird alle Unterlagen benötigen.

Ich möchte hier nur auf folgende Besonderheiten bei der Schnittstellenbenutzung hinweisen:

RampenfunktionEtwas enttäuschend finde ich die Spannungsanzeige des Displays. Sie ist nur in 0,1 V-Schritten einstell- und ablesbar, und die Genauigkeit der Anzeige scheint mir etwas gering (um 3 counts). Wenn man sich etwa eine Rampenfunktion erstellen will, die in kleinen Schritten (0,1 V) arbeitet (siehe Beispiel links, beim Anklicken vergrößert), ist keine stabile Anzeige möglich (man sollte daher die jeweilige Stufe einige Sekunden beibehalten). Das Gerät ersetzt also keinen digitalen Funktionsgenerator. Allerdings scheint die Genauigkeit der Spannungsanzeige bei der seriellen Abfrage besser zu sein (sie hat ja auch eine Nachkommastelle mehr als beim Display). 100 mV-Schritte werden dann z.B. meist als 60 bis 140 mV eingestellt (siehe Bild). Mit dem Beispielprogramm habe ich die Ansprech- und Abfallschwellen von Blei-Batterie-Entladungs-Schutzschaltungen (Batteriewächter) überprüft.

Bei der Gerätesoftware für die Reihe HCS-31xx und 32xx wird derzeit (11/2013) die Version 0.9 (7 MB) zum Download angeboten, für HCS-33xx und darüber die Version 1.3 (38 MB). Letztere scheint ein Java-Projekt zu sein. Ob die auch mit den anderen Geräte-Modellen zusammen arbeitet, weiß ich nicht, das wäre aber naheliegend, die Funktion ist wohl identisch. Der USB-Treiber basiert auf Silabs CP210x, die mitgelieferten VCP-Treiber sind allerdings veraltet. Aktuelle kann man von Silabs direkt herunter laden.


Interessant sind noch die Preise. Hier mal ein Snapshot ausgewählter Geräte vom 02.11.2013 (Beträge in EUR):

Typ
PPS-11603
HCS-3104
PPS-11810
HCS-3100
PPS-11360
HCS-3102
PPS-11815
HCS-3204
PPS-13610
HCS-3200
PPS-16005
HCS-3202
Versandkosten
(* = inkl. Vk)
Daten /
Anbieter
60 V / 2,5 A
(150 W)
18 V / 10 A
(180 W)
36 V / 5 A
(180 W)
60 V / 5 A
(300 W)
18 V / 20 A
(360 W)
36 V / 10 A
(360 W)
 
Conrad 189,21 165,41 165,41 189,21 201,11 201,11 5,95 (frei ab 300 oder Sofortüberweisung, oder Abholung)
Völkner 189,21* 165,41* 165,41* 189,21* 201,11* 201,11* 4,95 (frei ab 150 oder Sofortüberweisung)
digitalo 189,21* 165,41* 165,41* 189,21* 201,11* 201,11* 4,90 (frei ab 50 oder Sofortüberweisung)
ELV     134,95 169,95*   144,95 4,95 (frei ab 150)
Reichelt           159,00 5,60

Interessante Berichte zu dieser Geräteserie:

Stichwörter: HCS-3100, HCS-3102, HCS-3104, HCS-3200, HCS-3202, HCS-3204, HCS-33, HCS-34, HCS-36, PPS-11360, PPS-11603, PPS-11810, PPS-13610, PPS-16005, PPS-11815, 106767, 513915, s92093, Manson, Maas, Power Supply, batteriewächter, battery guard

(08.11.2013)


Batterie Trainer (Lade-/Entladegerät) für Auto-Batterien

Beim Discounter Netto gab es im Okt 2013 ein Batterieladegerät, das als "Grundig Battery Trainer" angeboten wurde (ca. 10 EUR).

Batterie Trainer GrundigDie Aufgabe ist, die Kfz-Batterie etwa über den Winter zu "pflegen", indem sie regelmäßig aufgeladen, und immer wieder (teilweise) entladen wird. So etwa wie im "normalen" Betrieb. Das soll die Batterie länger am Leben halten, insbesondere zur Überwinterung im Keller oder der Garage. Trotz Entladung soll noch genügend Energie erhalten bleiben, damit ein Motorstart jederzeit möglich ist. Es soll für 12V-Blei-Batterien von 10-250 Ah geeignet sein.

Zumindest im Prinzip wird solch eine Funktion auch von Auto-Experten empfohlen. Ob das mit diesem Gerät auch gut funktioniert, kann ich nicht sagen, ich habe mir nur die elektrische Funktion im Detail näher angeschaut. Enttäuschend war aber schon der Hinweis in der Beschreibung, dass das Gerät für Blei-Gel-Batterien nicht verwendbar ist. Eine Begründung wurde nicht angegeben.

Die Aufladung soll mit 300 mA erfolgen, die Entladung mit 100 mA. Die dazu benutzten Spannungsschwellen sind nicht angegeben.

Das Steuergerät ist in einem eigenen Gehäuse (siehe Bild) untergebracht, daran angeschlossen ist ein kleines, aber schweres Steckernetzteil 12 V / 0,5 A. Der Anschluss an die Batterie erfolgt mit den üblichen Batterieklemmzangen. Auf dem Steuergerät sind zwei LED, die den Zustand Aufladen und Entladen anzeigen. Allerdings sind die genau falsch herum beschriftet. Die obere Anzeige, mit "DECHARGING" bezeichnet, leuchtet grün bei Aufladung, während die untere, mit CHARGING beschriftet, rot leuchtet bei Entladung. Zumindest sind die Farben passend und es ist nur die Beschriftung falsch.

Batterie Trainer Grundig PCB

Die Platine im Steuergerät ist leicht zugänglich (siehe Bild) und überraschend gut dokumentiert durch Platinenaufdruck. Ohne hier ins Detail zu gehen (ich habe den Stromlauf aufgenommen), möchte ich die folgenden Erkenntnisse aufführen:


Stichwörter: battery trainer, batterie trainer, grundig, ladegerät, aktivator, überwintern

(18.10.2013 erstellt, zuletzt geändert 02.01.2014)


GS9000 DashCam (Kfz-DVR/Kamera)

Dieses Thema habe ich inzwischen auf eine eigene Seite gestellt.

GS9000 DVR GS9000 Kabel


(erstellt 18.11.2013)


HP Officejet 4622/4620 (Multifunktionsgerät)

Bei der Einrichtung des Wireless-Zugangs beim HP Officejet 4622 bekam ich nach der Auswahl des Netznamens (SSID) meines Zugangspunkts bei der Eingabe des dazugehörigen Wireless-Kennworts (WAP2) eine Fehlermeldung: "Das eingegebene Wireless-Kennwort ist ungültig. Geben Sie ein gemäß den nachfolgenden Richtlinien gültiges Kennwort ein.". Ich war mir aber sicher, dass ich das richtige Kennwort direkt aus dem Router (DG834GB) herauskopiert und in das Konfigurationsformular des 4622 eingefügt hatte. Das Kennwort ist 63 Zeichen lang. Mein drahtloses Netzwerk hat bisher so immer funktioniert.

Die Medion-Hotline am Telefon war überfragt, man bat mich, eine eMail-Meldung zu erstellen und alles zu dokumentieren. Na toll, da habe ich erst noch einmal selber geforscht. Das Problem lag überraschenderweise daran, dass das Kennwort keine Umlaute haben darf! Die hatten meine PCs und der Router bisher aber klaglos akzeptiert. Nachdem ich das Kennwort schweren Herzens angepasst hatte (auch bei allen anderen Teilnehmern im WLAN), kam die Verbindung sofort zustande.

Übrigens ist der HP Officejet 4622 (CZ296B), den es am 13.12.2012 bei Aldi-Süd gab, mit dem 4620 identisch. Nur gibt HP bzw. Medion(!) hierauf eine 3-jährige Garantie (der 4620 hat nur 1 Jahr). Das ist in den HP-Unterlagen (die sich immer nur auf den 4620 beziehen) nicht beschrieben. Lediglich eine zusätzliche Karte von Medion im Versandkarton klärt auf, dass es sich um einen Service von Medion handelt. Die MSN des Geräts ist 5004 3391. HP Übersicht

Noch ein Hinweis: Auch, wenn man den Drucker nicht über USB anschließen will, sondern über das Drahtlosnetzwerk, braucht man zur (Erst-)Einrichtung trotzdem eine USB-Verbindung (temporär). Also den Drucker nicht zu weit vom PC positionieren.

Wenn jemand für das Stromversorgungskabel einen abgewinkelten Doppelnutstecker braucht, um das Gerät weiter an die Wand zu rücken, findet so etwas bei amazon.de unter ASIN: B002ZVOD1E, oder auch bei manchen anderen Händlern (teilweise als Euro 8 Buchse bezeichnet). Allerdings kann man das Gerät ohnehin nicht zu sehr nach hinten schieben, um den Deckel (nach hinten/oben) noch öffnen zu können.

Stichwörter: hp officejet 4622, hp officejet 4620, wlan, wireless-kennwort, wpa, wpa2, ssid, doppelnutstecker, euro 8 buchse

(13.12.2012)


ReadyNas und Western Digital Green Festplatten (Disable WD Idle3)

Western Digital (WDC) hat eine Festplatten-Serie, die dem Trend nach Energieeinsparung folgt und den plakativen Namen "Caviar Green" trägt (z.B. WD20EARX). Weil diese Festplatten auch recht günstig zu bekommen sind, habe ich für mein Netgear ReadyNas NV+ v2 (RND4000) diese Platten verwendet. Allerdings währte die Freude nicht lange, sondern wich einem Entsetzen, als ich mir zufällig die S.M.A.R.T.-Werte der Festplatten angeschaut habe. Denn der Load/Unload Cycle Counter (LCC/#193/C1) stieg geradezu explosionsartig an, im Ruhezustand etwa 150 Counts pro Stunde. WDC gibt als Maximalwert aber 300.000 für ein Festplattenleben an. Hochgerechnet bei täglich 10-stündiger Nutzung würde so dieser Wert bereits nach einem halben Jahr erreicht werden.

Der Hintergrund: Zur verbesserten Stromeinsparung wird der Lesekopf der Green-Festplatte nach 8 sec Untätigkeit in eine energiegünstigere Parkposition gefahren (WD nennt das IDLE 3). Eigentlich nicht schlimm. Aber manche Betriebssysteme, etwa das Linux im ReadyNas, greifen auch im Ruhezustand regelmäßig (wohl alle 20...30 sec) auf die Platten zu und wecken sie so immer wieder auf. Das führt dann zu den exorbitanten Werten für das Parken. Das ist natürlich ein nicht hinzunehmender Betriebszustand.

Das Problem ist nun, dass Netgear diese Platten sogar als Empfehlung für das ReadyNas NV+ v2 in ihrer Kompatibilitätsliste aufführt, anfangs wohl in Unkenntnis dieser Problematik, und die Firmware im ReadyNas darauf keine Rücksicht nimmt. Aber weder Netgear noch Western Digital sprechen das Thema öffentlich an, obwohl es im Web schon seit Jahren eine unüberschaubar umfangreiche Diskussion zu diesem Thema gibt. Hinzu kommen noch teilweise sich widersprechende Empfehlungen (3/2009, siehe Post Per Hansson Tue Mar 24, 2009 10:16 am) und Antworten (4/2011) von WDC, die von Usern veröffentlicht werden. Offiziell werden von WDC die "Green"-Platten für 4-Bay-RAID-Systeme (wie das NV+) gar nicht empfohlen (hierfür sollte die Serie RED eingesetzt werden), sondern nur für 2-Bay-Systeme (wie ReadyNas Duo) in RAID 0 oder 1, oder für Desktop-Systeme, oder externe Laufwerke. Solche Informationen hätte man gerne vor dem Kauf gehabt, leider habe ich das auch viel zu spät erfahren.

Die Abhilfe ist theoretisch einfach. Denn WDC stellt bzw. stellte ein Tool zur Verfügung, mit dem man diesen Park-Timer in der Festplatten-Firmware von 8 sec auf 5 Min hoch stellen kann (WDidle3). Optimal, sollte man meinen. Zumindest ist das LCC-Problem damit entschärft, nur das Energiesparen wäre dann etwas weniger effektiv.

In der Praxis ist diese Umkonfiguration jedoch außerordentlich umständlich, unsicher und eventuell sogar gefährlich. Denn WDC hatte dieses Tool nur für einige (ältere) Festplatten angeboten:

WD20EADS, WD20EARS, WD15EADS, WD15EARS, WD10EADS, WD10EARS, WD8000AARS, WD7500AADS, WD7500AARS, WD6400AADS, WD6400AARS, WD5000AADS, WD5000AARS (11/03/2011)

WD1000FYPS-01ZKB0, WD7500AYPS-01ZKB0, WD7501AYPS-01ZKB0 (11/03/2011)

Und das mit der Warnung verschärft, das Tool keinesfalls für andere Plattentypen als aufgeführt einzusetzen. Da die Liste danach aber nicht mehr aktualisiert wurde, fehlen da aktuellere Modelle (wie die WD20EARX), die das Problem weiterhin haben. Viele Anwender haben es dennoch für andere Platten aus der Reihe probiert und hatten fast immer Erfolg. Allerdings gab es auch einige Nebeneffekte, deren Ursachen nicht klar sind (das Ausschalten mit Option /D etwa funktioniert oft nicht, wobei manche Platten damit extrem langsam wurden). Wenn jemand andere als die oben genannten Platten behandeln will, sollte er sicherheitshalber gezielt nach Erfahrungen anderer suchen, oder direkt bei WDC nachfragen. Meine spezifische Nachfrage bei WDC, ob die WD20EARX damit behandelt werden darf, wurde mit "natürlich" bestätigt.

Was das Tool genau macht, ist nicht so klar, WDC bezeichnet das meist als Firmware-Update, was sicher nicht ganz richtig ist, aber es werden offenbar nicht standardisierte ATA-Befehle benutzt, um irgendeine Speicherzelle umzuprogrammieren. Und darin liegt das praktische Problem. Es funktioniert halt nicht immer und man braucht ein System, das in native DOS (!) booten kann und eine SATA-Schnittstelle hat. Es scheint sogar eine Alternative in Form eines Linux-Tools zu geben (experimentell).

Ich habe mir für die Umprogrammierung einige Boot-CDs herunter geladen und damit probiert, letztendlich zwar erfolgreich (bei WD20EARX und WD10EAVS, auf einem Medion MD8895/P5350D), aber etwas mühselig. Hier kurz das Procedere:

Als Boot-Medium hatte ich 2 Versionen auf Basis FreeDOS probiert (FreeDOS WDIDLE3.iso, Anleitung siehe erstes Post willbldrco Wed Nov 23, 2011 9:42 pm; bootcd.iso, Anleitung maxishine Post 16 Aug 2010, 07:16), die das WDidle3 in Version 1.05 bzw. 1.03 enthielten. Die funktionierten aber nicht richtig, weil nach dem Befehl mit Option /R (Auslesen) das System hing und keine weitere Eingabe möglich war (ein Effekt, der auch hier beschrieben wurde, im Post by Fralex Fri Mar 26, 2010 1:35 am). Hingegen arbeitete die Version mit einer UBCD v5.11 (UBCD511custom.iso, Anleitung) mit Version 1.05 (using DT32.LIB version 0A6) problemlos. Obwohl man im Web genügend Anleitungen für das Tool wdidle3 findet, hier noch mal kurz meine Vorgehensweise:

  1. Beim PC die Boot-Reihenfolge ggf. anpassen (CD vor Festplatte).
  2. PC ausschalten.
  3. Im PC alle SATA-Festplatten abstecken (Datenstecker).
  4. Die zu behandelnde Festplatte anstecken an einen SATA-Port (Stromversorgung aus dem Gerät oder extern zuführen); ich habe dafür einen externen Adapter (ICY BOX mit eSATA) verwendet.
  5. Den PC einschalten und booten und gleich das BIOS aufrufen (z.B. mit Taste ENTF) und unter den Einstellungen ADVANCED CHIPSET den SATA-Mode von AHCI auf IDE umstellen, sofern das nicht schon so steht.
  6. Die Boot-CD jetzt einlegen.
  7. BIOS verlassen mit Speichern.
  8. Neuer Bootvorgang ist nötig, Auswahl für Start von CD ggf. bestätigen.
  9. Die Menüoberfläche der CD erscheint, dort HDD wählen.
  10. In der Befehlszeile (Q:/USR/WDIDLE3>) kann man nun übliche DOS-Befehle eingeben, etwa DIR.
  11. Mit dem Befehl WDIDLE3 /? kann man sich die Eingabemöglichkeiten anzeigen lassen.
  12. Mit dem Befehl WDIDLE3 /R kann man die zu bearbeitende Platte suchen lassen; wird sie gefunden, erfolgt die Ausgabe des eingestellten Timerwertes (8 sec).
  13. Mit dem Befehl WDIDLE3 /S300 stellt man den Timer auf 5 Minuten, dies wird auch bestätigt (die Option /D zum Sperren des Timers geht teilweise nicht oder nicht richtig, daher nicht verwenden).
  14. Mit dem Befehl WDIDLE3 /R kann man das noch einmal kontrollieren.
  15. Nun die Festplatte entfernen und ggf. eine weitere Platte anschließen, dann wieder dieselben Befehle eingeben.
  16. Bei mir gab es nach der 3. Platte das Problem, dass keine Platte mehr gefunden wurde; aber nach Herausziehen und erneutem Anstecken des Datenkabels ging es dann jeweils wieder.
  17. Mit STRG ALT ENTF kommt man wieder ins Menü, wenn man will.
  18. Nach der letzten Platte die CD entnehmen und den PC ausschalten.
  19. Die ursprünglichen Festplatten wieder anstecken.
  20. Den PC neu booten, gleich wieder ins BIOS gehen und den AHCI-Mode wieder einschalten, wenn er ursprünglich auch eingeschaltet war (keinesfalls einstellen, wenn ursprünglich IDE dort stand, sonst sind alle Daten gefährdet).
  21. Nun sollte auf dem PC auch alles wieder normal funktionieren.

Eine Kontrolle im ReayNas zeigte, dass nun alle Platten tatsächlich keine Aktivität am LCC mehr hatten, nur noch beim Einschalten wurde der Zähler um 1 erhöht. So soll es sein.

Und für Freaks gibt es sogar eine Lösung, die ohne Hilfs-PC auskommt, direkt im ReadyNas. Es sind auch andere NAS-Systeme betroffen (etwa bei Synology). Wer weitere Informationen zu diesem Thema sucht, kann unter dem Stichwort wdidle3 fündig werden.

Stichwörter: western digital, green, wd20earx, wd10earx, wd10ears, wd10eacs, wd10eavs, readynas nv+, readynas duo, rnd4000, rnd4410, md8895

(15.09.2012)


Gefälschte LiIon-Akkus 18650

Ich hatte ja schon in meinem Beitrag zum Thema PowerBank auf Probleme mit den bei eBay günstig verkauften LiIon-18650-Akkus aus China hingewiesen, wie ja auch vielfach in Foren diskutiert wird. Nachdem eine meiner so billig gekauften (2...3 EUR/Stck.) aber schlechten Zellen nun gänzlich unbrauchbar wurde, habe ich diese etwas genauer untersucht.

18650 blau Kappe PluspolEs handelt sich um eine NoName-Ausführung mit nominell 3000 mAh Kapazität. Immerhin steht die Lade-Endspannung (4,2 V) und die empfohlene Entlade-Endspannung (2,75 V) auf der Umhüllung (die Bedeutung muss man aber erraten), nur kein Hersteller. Und das sicher aus gutem Grund, denn sonst könnte man sich ja bei dem über die mangelnde Qualität beschweren.


18650 Zelle18650kappen Wenn man die blaue Umhüllung entfernt (linkes Bild), kommt eine seltsame Fertigungstechnik zum Vorschein: an die Kontakte am Minus- und Plus-Pol waren noch einmal zusätzliche Kontaktbleche angeschweißt (rechtes Bild, abgetrennt). Dabei hat das Kontaktblech für den Plus-Pol 2 seitliche Löcher, die normalerweise als Entlüftung dienen sollen, hier aber keine bzw. wenig Funktion haben (sie werden weitgehend von der darunter befindlichen Kontaktfläche verdeckt, siehe nächstes Bild). Diese etwas seltsame und umständliche Kontaktierung hat einen einfachen Grund. Das erkennt man an den nachfolgenden beiden Detail-Bildern vom von diesen Blechen befreiten Plus- bzw. Minus-Pol.


18650 Pluspol 18650 Minuspol

Wenn man nämlich genau hin schaut (linkes Bild der Plus-Pol, rechtes Bild der Minus-Pol), sieht man auf den sonst verdeckten Kontakten deutliche Schleifspuren. Offensichtlich waren an diesen Stellen bereits schon einmal Kontaktfahnen angeschweißt, welche entfernt wurden, was mit den zusätzlichen Blechen verdeckt werden sollte. Und da sieht man auch die eigentlichen Entlüftungslöcher beim Plus-Pol, die unsichtbar unter dem zusätzlichen Kontaktblech (und der weißen Abdeckung) lagen. Damit ist klar, dass die Zellen schon einmal in einem Verbund etwa als Laptop-Akku verbaut waren. Da der eBay-Verkäufer die Akkus als "100 % brand-new" bezeichnet hat, ist das gelogen, weil sie offensichtlich aus möglicherweise unbrauchbaren Geräte-Akku-Sätzen entnommen wurden. Die völlig defekten Zellen wurden dabei entfernt, die (etwas) besseren kommen in den Neu-Verkauf. Das ist China-Qualität!


Dass das kein Einzelfall ist, hat ja schon The Battery Boy in seiner Dokumentation schön dargelegt. Seine Zellen waren Ultrafire 3000/3600/4000. Die Ultrafire waren in Foren ja schon häufig als unbrauchbar erkannt worden. Dieses Recycling von LiIon-Zellen ist für extrem billige Angebote wohl die Regel.

Ich hatte damals insgesamt 6 Zellen gekauft und getestet, und dabei festgestellt, dass bei allen die Kapazität nur zwischen 330 und 1200 mAh (statt 3000) lag. Die nun ausgefallene war die mit 330 mAh. Der "Frühausfall" war also absehbar. Mir hatte der damalige eBay-Verkäufer hillfly3389 auf meine Reklamation hin schließlich den Kaufpreis für die Zellen aus 2 Käufen erstattet, immerhin. Aber er revanchierte sich mit einer Shop-Sperre für mich. Auch eine Methode, berechtigte Reklamationen zu unterbinden.

Stichwörter: 18650, ultrafire, hillfly3389, ebay, laptop, powerbank, liion, gefälscht

(29.06.2012)


T-Online eMail Migration

Die T-Online-Software wird sicher immer noch von vielen Telekom-Kunden benutzt, weil sie einfach und bequem ist, kostenlos ohnehin. Allerdings gibt es inzwischen etliche komfortable Alternativen, die diese Software eigentlich überflüssig machen, jedenfalls für eMail und Browser. Für das Banking muss man sowieso die eigenständige Version für Windows 7 benutzen, so dass das T-Online-Center, das alle Programmteile bündelt, auch nicht mehr benötigt wird. Mich hat es auch genervt, dass immer wieder mal (wenn auch selten) Mails beim Senden oder Empfangen verstümmelt werden, d.h. ab irgendeiner Stelle im Text, wo ein Umlaut stehen würde, werden die Bits der Zeichen invertiert, meist bis zum Ende. Ursache unbekannt, Abhilfe keine (man kann in wichtigen Fällen den Text aber mittels Access oder Excel und VBA zurück konvertieren).

Ein Umstieg für die eMail-Komponente auf etwa Thunderbird wird allerdings damit erschwert, dass T-Online ein spezielles Datenformat zur Speicherung der eMails benutzt, das mit keiner anderen Software kompatibel ist. Und eine Export-Funktion für sämtliche Mails gibt es natürlich auch nicht. Zwar kann man einzelne Mails im eml-Format abspeichern (exportieren), aber um mit allen (vielleicht tausenden) Mails umzuziehen, wäre das utopisch aufwendig. Es gibt aber durchaus praktikable Möglichkeiten, den Umzug durchzuführen.

Die Mails sind in der T-Online-SW in ziemlich unübersichtlicher Weise abgelegt. Zwar gibt es eine Haupt-Datenbank (MsgMgmt.fdb), die übrigens wie alle anderen fdb-Dateien eine ganz normale Access-Datenbank ist (zwar mit Passwort geschützt, aber ansonsten bequem mittels Access und VBA zu bearbeiten), aber da liegen nur die Inhalte derjenigen Mails drin, die (auch) im Textformat gespeichert sind. Ansonsten enthält sie aber sämtliche Koordinierungsdaten. Die kompletten Quelldaten der Mails sind hingegen in den *.bin-Dateien abgelegt, die (leicht) verschlüsselt sind und mit Hilfe der Haupt-Datenbank in einzelne Mails (eml-Format) zerlegt werden können. Das wäre ein Weg, ist aber doch recht aufwendig und mit Programmieraufwand verbunden.

Der Export der T-Online-Mails geht im Prinzip auch mit den Bord-Mitteln der T-Online Software 6.0. Vom T-Online-Service-Team wird die Methode mit dem Weiterleiten und Speichern als Entwurf empfohlen. Zunächst stellt man das eMail-Fenster auf die Fensterteilung ein, markiert die zu exportierenden Mails (mind. 2) in einem Ordner und wählt Weiterleiten. Man braucht keinen Adressaten, als Betreff kann man z.B. den Namen des betreffenden Ordners verwenden. Dann speichert man diese fiktive Mail als Entwurf. Dann geht man zu dem Reiter Entwurf und markiert die vorbereitete Mail. In der Anhangliste sieht man nun alle ausgewählten Mails, wobei der Betreff jeder Mail + ".eml" als (Export-)Dateiname dient. Nun kann man hier diese Dateien in einem beliebigen Verzeichnis abspeichern (über Anhang speichern). Alternativ wählt man Speichern für die Mail selbst und gibt als Dateityp *.eml an. Damit werden all diese Dateien als (.eml-)Anhänge in einer einzigen eml-Datei abgelegt. Diese Sammeldatei kann man dann etwa mit Outlook-Express oder Thunderbird öffnen, um die als Anhänge angezeigten Mails (als eml-Dateien) wiederum in einem Ordner der Wahl abzuspeichern.

Die so entstandenen .eml-Dateien können direkt von Outlook Express bzw. Thunderbird verarbeitet werden (bei Thunderbird zieht man einzelne oder mehrere markierte Dateien aus dem Windows-Explorer in den gewünschten Ordner des Thunderbird-Fensters). Dieses Verfahren zum Erstellen von eml-Dateien funktioniert im Prinzip, hat jedoch einige Probleme.

Da ich meinen gesamten eMail-Bestand der letzten Jahre (über 60.000 Mails) konvertieren wollte, war diese Methode für mich allerdings völlig unbrauchbar. Um meinen Aufwand gering zu halten, habe ich mir statt dessen die Shareware mailAPP pink edition (früher TOnl2eml) gekauft (ca. 15 EUR). Sie erlaubt die Auswahl einzelner Mails oder eines ganzen Benutzer-Ordners oder aller Ordner auf einmal zum Export als eml- oder mbx-Datei. Die erstellten eml-Dateien haben als Namen nur eine Nummer, die der internen Datenbank-Anordnung entspricht, und das Dateidatum wird auf den Empfangszeitpunkt gestellt. Sie werden in der gleichen Ordnerstruktur abgelegt wie die Benutzer-Ordner in der T-Online-SW. Damit war die bequeme Konvertierung des gesamten Bestands tatsächlich in einem Durchgang möglich. Das hat zwar auf meinem betagten PC (P4 2 GHz) über 3 Stunden gedauert, mit einem Unfang von 1,3 GB, aber dafür war es (fast) stresslos. "Fast" deswegen, weil die bisherige Version (Dateiversion 2012.1.3.94, MailAPPEML.exe) einige Fehler hat:

Wenn man diese Bedingungen (möglicherweise) vorliegen hat, ist eine Umgehung des Problems dadurch möglich, dass man in der T-Online-SW für die betroffenen Ordner jeweils einen neuen Benutzer-Ordner anlegt (keinesfalls einen bestehenden umbenennen!) und die Mails da hinein verschiebt. Die alten Ordner kann man dann löschen.

Man sollte in jedem Fall prüfen, ob die Anzahl der exportierten Mails/Dateien mit der Anzeige bei den Ordnern innerhalb der T-Online-SW übereinstimmt. mailAPP zeigt auch in der Statuszeile die Gesamtzahl der eingelesenen Mails korrekt an, auch wenn es beim Export dann einige Mails vergessen sollte. Im Windows-Explorer kann man die Anzahl der exportierten Dateien in jedem erstellten Ordner und die Gesamtzahl aller bequem abfragen.

Die ggf. nötigen Änderungen an dem Mail-Bestand sind natürlich etwas heikel, weil sich damit möglicherweise unbemerkt Fehler einschleichen könnten, oder aber man hat sogar vielleicht die T-Online-SW gar nicht mehr installiert (nur noch die Sicherheitskopien). Ich habe mich daher an den Hersteller/Vertreiber des Programms gewandt und das Problem geschildert. Daraufhin habe ich innerhalb weniger Tage eine korrigierte Version erhalten (Dateiversion 2012.3.0.91, MailAPPThu.exe). Und die hat funktioniert, bis auf den Fehler mit den Sonderzeichen im Namen. Falls man solch einen Ordner verwendet, muss man das Umkopieren in einen neuen Ordner also trotzdem vornehmen. Dieser Fehler wird erst in einer späteren Version behoben werden. Die Variante pink thunder edition (mailAPPThu.exe) hat gegenüber der pink edition (mailAPPEML.exe) die zusätzliche Möglichkeit, die Konvertierung gleich in einen Thunderbird-Ordner eines Profils vorzunehmen.

Diese Software ist allerdings ziemlich träge, schon das Einlesen der T-Online-Daten dauerte bei mir Minuten. Auch wenn man dann nur einzelne Ordner selektieren will, muss man ewig warten, bis sie bereit ist (und mit jedem Klick erneut). Es empfiehlt sich daher, möglichst nur den gesamten Bestand auf einmal zu konvertieren (Auswahl "alles"). Ich vermisse auch eine plausible Sortierung der Ordner und Mails (nach Name bzw. Datum) bei der Auswahl, um sich zu orientieren. Auch könnte es hilfreich sein, wenn man gezeigt bekommen würde, wieviele Einträge in welchem Ordner gefunden bzw. exportiert wurden, denn dann sieht man möglicherweise Diskrepanzen sofort (durch Vergleich mit der T-Online-SW).

Ganz überrascht war ich, als ich anfangs nur nach weiteren Informationen zu dem Programm mailAPP angefragt habe, bevor ich bestellen wollte (eine Testversion für 10 Mails ist als Download verfügbar; mit der Bestellung erhält man den Freischalt-Key für die Vollversion). Statt einer umfassenden Antwort habe ich gleich einen Schlüssel zugesandt bekommen, sozusagen auf Vertrauensbasis, mit der Maßgabe, die Konvertierung zu versuchen und nur dann den Schlüssel auch zu bezahlen ("bestellen"), wenn ich erfolgreich war. Dieser Vertrauensvorschuss ist schon eine ungewöhnlich unbürokratische Vorgehensweise. Ich kann das Programm also jedem Umsteigewilligen empfehlen.

Stichwörter: eml-datei, T-Online Software 6.0, eMail, migration, Thunderbird, Outlook Express, mailappeml.exe, mailappthu.exe, tonl2eml

(29.03.2012)


DVB-T-Antennen

Zum Fernseh-Empfang bei DVB-T (terrestrisch) reicht oft eine kleine Stabantenne, jedenfalls in Ballungsräumen. Wie gut der Empfang an einem bestimmten Ort zu erwarten ist, kann man auf den Seiten des www.ueberallfernsehen.de abschätzen. Die Übersichtskarte von Deutschland ist (nur) als pdf herunter ladbar. In einigen Fällen ist eine Außenantenne (vorzugsweise auf dem Hausdach) erforderlich, um einen stabilen Empfang zu bekommen. Bei dieser digitalen Empfangstechnik ist es aber anders als beim analogen Fernsehen nicht so einfach, den besten Standort zu bestimmen, denn man erkennt das nicht an einem mehr oder minder "verrauschten" Bild, sondern nur daran, dass das Bild flüssig aufbaut und stabil ist oder gar nicht (oder "eingefroren") zu sehen ist.

Als Kompromiss kann man auch verstärkende Zimmerantennen probieren, die meist eine Ausrichtung direkt zum Sender verlangen. Allerdings wird es im Haus oft auch eine ganz andere Richtung sein, in die man die Antenne drehen muss, weil es da starke Reflexionen und Verzerrungen gibt. Die Empfangseigenschaften solcher Antennen lassen sich recht gut im "Antennengewinn" ausdrücken, der eine Vergleichszahl angibt, um wieviel der Empfang stärker als ein "normaler" Dipol ist. Die Maßeinheit ist das dB (Dezi-Bel), ein logarithmisches Maß, das entweder auf einen Lambda/2-Dipol (in dBd) oder auf den "isotropen" Kugelstrahler (in dBi) bezogen wird. Der Lambda/2-Dipol hat demnach einen Gewinn von 0 dBd oder 2,2 dBi. Ein Gewinn von 6 dB bedeutet eine Leistungsverstärkung um Faktor 4, 10 dB wären Faktor 10. Übliche Verstärkerantennen haben meist einen Gewinn im Bereich von 6 bis 20 dB(i). Ob man den Wert als dBd oder dBi angibt, ist hier nicht so wichtig, da der Unterschied zwischen beiden Angaben ja nur ca. 2 dB beträgt. Der dBi-Wert sieht halt besser aus. Die Verstärkung ist meist auch frequenzabhängig, so dass für UHF und VHF oft getrennte Angaben gemacht werden.

Leider geben hier viele Händler (vor allem auf eBay) die reinsten Phantasiezahlen an, die völlig unrealistisch sind. Da werden häufig nicht verstärkende(!) Stabantennen mit Gewinnen von bis zu 30 dB beworben. Den größten Blödsinn verkauft bei eBay eine Firma aus Großbritannien, die behauptet, dass ihre *passive* Antenne (NV DVA 536) 96 dB Verstärkung hätte.

Man sollte sich einerseits von solchen Phantasiezahlen nicht beeindrucken lassen, andererseits muss man auch bei Verstärkerantennen beachten, dass "Gewinn" nicht alles ist. Entscheidend ist nämlich das Signal-Rausch-Verhältnis, das bei stark verstärkenden Antennen (mit schlechten Verstärkern) so ungünstig sein kann, dass die hohe Verstärkung nichts nützt, allenfalls nur den Eingangsverstärker im Tuner übersteuert. Die preiswerteren Verstärker-Antennen haben meist auch einen Breitband-Verstärker, der alles möglich mit verstärkt, nicht nur die TV-Sender, etwa Handy- und DECT-Signale. Bessere Geräte haben immerhin Filter für die unerwünschten Störsignale.

Die meisten Verstärker-Antennen bekommen die Versorgungsspannung (5 V) über das Antennenkabel. Dazu muss entweder der Tuner die Spannung zur Verfügung stellen (muss meist im Setup des Geräts separat eingeschaltet werden), oder man muss einen Splitter oder ein Filter zwischenschalten, in das die Spannung über ein Steckernetzteil eingespeist wird. Manche Geräte haben auch einen separaten DC-Versorgungsanschluss für 5...6 V.

Ich habe einige Antennen vergleichend untersucht und bin da auf erstaunliche Unterschiede gestoßen. Ich habe alle Antennen wechselweise an einem tragbaren DVB-T-Empfänger (X4-Tech) ausprobiert. Während im oberen Stockwerk meiner Wohnung (westlich von München, 18 km zum Sender) selbst mit der kleinsten Antenne alle 24 Sender zu empfangen sind, ist der Empfang im Erdgeschoss sehr ungünstig. Das allerdings ermöglicht einen guten Vergleich der Empfangseigenschaften der verschiedenen Antennen. Die 24 Sender arbeiten auf den 6 Kanälen 34, 35, 48, 52, 54, 56. Zur Beurteilung habe ich die Anzahl der empfangbaren Sender im Erdgeschoss abgezählt (mit Unterscheidung der Qualität/Stabilität). Die Antennen habe ich jeweils optimal ausgerichtet.

Antennentyp
Anzahl
empfangbarer
Sender
davon sehr
stabil
einfache Stabantenne mit Magnetfuß, 14 cm (auvisio)
0
0
längere Stabantenne mit Verlängerungsspule (Technisat DigiFlex TT1)
7
4
aktive Flachantenne (Schwaiger DTA3000, 16-19 dB)
10
2
32-Elemente Yagi-Antenne (Schwaiger ANT 569 TD, 6-8 dB)
21
8
aktive Stabantenne (goobay DVB-T 02, 18-21 dB)
19
14
aktive Flachantenne (Thomson ANT D210, 18 dB)
24
23
aktive Flachantenne (One for all SV9350, 15 dB)
24
24

Die Verstärkungswerte (dB) sind nach Angaben der Hersteller. Erstaunlich ist, dass die passive Yagi-Antenne trotz nur 6-8 dB Verstärkung wesentlich mehr Sender empfangen kann als die DTA3000, die 16-19 dB haben soll. Grund ist wohl der viel bessere Signal-Rausch-Abstand der passiven Antenne.

SF-9506TBei dieser Gelegenheit habe ich ausprobiert, in wie weit ein DVB-T Signal Finder (DVB-T Meter) brauchbar ist. Das batteriebetriebene Gerät hat ein Zeigerinstrument und zeigt die Empfangsstärke der DVB-T-Sender in der Antennenleitung an, ähnlich wie es das auch für Sat-Anlagen gibt und dient der leichteren Ausrichtung von Richtantennen. Das zunächst von mir benutzte Gerät (SF-9506T, zeitweise vertrieben von TELMAL.PL auf eBay für 13-25 EUR, blaues Gehäuse, eBay-Suchworte: dvb-t finder -sat) war allerdings völlig unbrauchbar. Eine Anzeige gab es selbst bei gutem Empfang nur bei aktiven Antennen, aber da gab es zusätzlich eine Selbsterregung und der Zeiger ging auf Vollausschlag. Mit dem Empfindlichkeitsregler konnte ich einen Punkt finden, wo eine passable richtungsabhängige Anzeige möglich war, aber das war zu diffizil. Da das Zeigerinstrument auch noch eine mechanische Macke hatte (Blockierung/Anschlag in Skalenmitte) und der eingebaute Kompass unbrauchbar war, habe ich das Gerät zurück geschickt. Der Verkäufer hat sogar die Rücksendekosten nach Polen übernommen, jedoch konnten wir nicht plausibel klären, warum das Gerät nicht funktioniert. Angeblich wäre das Gerät einwandfrei und ich hätte es nur falsch benutzt... Das zweite Gerät (wie auf dem Bild) hat beim Kompass übrigens das gleiche Problem, der ist einfach unbrauchbar.

Stichwörter: dvb-t, antenne, verstärker, auvisio, schwaiger, technisat, goobay, thomson, one for all, NV DVA 536, sf-9506t, signal finder. meter

(erstellt 29.02.2012, geändert 13.11.2013)


Professionelle Schaltungstechnik (Franzis)

Vom Franzisverlag gibt (bzw. gab) es seit vielen Jahren eine Buchreihe mit dem Titel Professionelle Schaltungstechnik, anfangs in 12 Bänden (1996-2000), später als Ausgabe in 10 Bänden (5 Doppelbände, bis 2004), teilweise mit CD und mit wechselnden Autoren. Auch Nachfolgebände sind heraus gekommen (Neue professionelle Schaltungstechniken). Leider ist die Betitelung und sogar die Benummerung mit der eigentlich eindeutige ISBN derart verwirrend, dass es immer wieder Verwechslungen gibt.

Ich habe die Version Professionelle Schaltungstechnik mit Bänden 1-10 und Erscheinungsjahr 2003/2004 (auf dem Cover stehen keine Autoren), ohne CD (kein CD-Logo auf der Frontseite). Diesem Paket wird die ISBN-10 3-7723-4386-4 (2004) zugewiesen und enthält ca. 8000 Schaltungen. Verwirrend ist allerdings, dass in den Büchern selber die ISBN-10 3-7723-4385-6 (2003) eingedruckt ist. Zu dieser eingedruckten ISBN wurden früher auch 2 CDs mit geliefert, später nicht mehr.

Meines Wissens nach gibt es zu diesem letzten Stand des Werks keine CDs, auf denen die Schaltungen enthalten wären. Lediglich zu dem früheren 12-bändigen Werk gibt es eine elektronische Ausführung auf 2 CDs, die wohl unter ISBN 3-7723-6277-X vertrieben wurden und 10.000 Schaltungen enthält. Vermutlich die gleiche Version ist auch in dem Lernpaket Elektronik & Elektrotechnik 2006 enthalten (das insgesamt 8 CDs enthält), in neueren Ausgaben dieses Paket aber nicht mehr.

Mag der Nutzen dieser Schaltungssammlungen zumindest heutzutage doch sehr zweifelhaft sein (zumal größtenteils Hersteller-Applikationen oder obskure Schaltungen enthalten sind, die kaum beschrieben wurden und selbst zur damaligen Zeit nur wenig hilfreich für eigene Entwicklungen waren), so finden sich durchaus auch einzelne interessante Schaltungs-Beispiele und einige Grundlagen. Es gibt zu dem 10-bändigen Werk dankenswerterweise ein gedrucktes Index-Verzeichnis, das man dringend benötigt, falls man einmal eine bestimmte Schaltung sucht. Denn eine sinnvolle Ordnung gibt es in den 10 Bänden nicht. Allerdings habe ich festgestellt, dass dieses Verzeichnis sehr fehlerhaft ist. Einerseits enthält es Druckfehler (typische Tippfehler mit Zeichenvertauschungen oder OCR-typische Zeichenfehler, falsche Seitenzahlen), die sogar den Eindruck vermitteln, dass ganz unterschiedliche (Hilfs-)Autoren dieses Verzeichnis zusammen gestellt haben dürften, andererseits sind viele Einträge doppelt (weil sie zum besseren Auffinden unter unterschiedlichen Stichworten aufgenommen wurden), viele andere fehlen aber auch und wieder andere sind gar nicht auf den genannten Seiten enthalten (möglicherweise gehören diese Schaltungen zu der früheren 12-bändigen Ausgabe oder einer anderen Version). In dieser Form ist das Verzeichnis also ziemlich unbrauchbar.

Ich habe mir daher die Mühe gemacht (und das kann man wörtlich nehmen), das gesamte Schaltungs-Verzeichnis als konsistente Excel-Datei zu erstellen und Fehler (weitgehend) zu bereinigen. Grundlage dafür waren die online verfügbaren Seiten des gedruckten Verzeichnisses von einigen Anbietern. Doppelte Einträge (mit unterschiedlich formulierten Titeln) habe ich dabei auch entfernt, denn zum Suchen kann man ja bequem und erfolgversprechender die Excel-Funktion benutzen. Nicht vollständig angepasst habe ich die teilweise unterschiedlich formulierten Überschriften der Schaltungen bzw. Kapitel, die manchmal nicht mit den gedruckten Texten in den Bänden übereinstimmen (nur sinngemäß). Organisiert ist die Liste so, dass eine Sortierung nach Band/Seiten/Schaltungen möglich ist, je Schaltung eine Zeile. Damit hat man die Möglichkeit, beim Durchblättern der Bücher interessante Schaltungen und Kapitel zu kommentieren, um sie ggf. später leichter wieder zu finden.

Diese Datenbank stelle ich auch anderen zur Verfügung, wenn Bedarf besteht.

Stichwörter: franzis, professionelle schaltungstechnik, isbn 3-7723-4386-4, 3-7723-4385-6, 3-7723-0184-3, 3-7723-6277-X, ean 9783772359095, lernpaket elektronik elektrotechnik, klasche, hahn, sabrowski, nührmann, schreiber, sichla

(02.02.2012)


Labor Netzgerät RNG-1501 USB (McPower)

RNG-1501 USB Das Netzgerät ist sehr preiswert und etwas exotisch, weil es für die Stromanzeige ein analoges Messgerät verwendet, für die Spannung jedoch eine digitale Anzeige hat. Die analoge Anzeige kann von Vorteil sein, wenn die Stromaufnahme stark schwankt, was bei digitaler Anzeige kaum vernünftig ablesbar wäre. Das Gerät hat eine einstellbare Ausgangsspannung von 0-15 V bei 1 A. Besonders praktisch ist die zusätzliche Bereitstellung einer USB-Spannung 5 V/400 mA über eine Buchse USB-A auf der Frontseite, etwa für die Aufladung externer Geräte über USB.

Das ist auch der Unterschied zum "normalen" RNG-1501, das nur 2 analoge Instrumente hat und kein USB. Während die USB-Version bei eBay schon ab 20 € inkl. Versand zu bekommen ist (etwa über goeni2), wobei man aber auch ebenso 40 € zahlen kann, wird für die analoge Version sogar bis zu 52 € verlangt (meinpaket.de). Es lohnt sich also ein Preisvergleich.

Ein Kurztest zeigt eine sehr gute Genauigkeit der Digitalanzeige, die sich aber (wie auch die Stromanzeige) nur auf die Ausgangsklemmen bezieht, also nicht für den USB-Ausgang gilt. Ganz praktisch ist auch die Spannungsumschaltung 5 V/15 V, die eine feinfühligere Einstellung kleinerer Spannungen ermöglicht (beide Bereiche gehen aber ab 0 V) und einen gewissen Schutz gegen zu hoch eingestellte Spannungen bei 5 V-Schaltungen bietet. Hier ist allerdings zu beachten, dass sich beim Umschalten die eingestellte Ausgangsspannung stark ändert. Hat man z.B. im 5 V-Bereich etwa 5 V eingestellt und braucht jetzt aber 5,5 V, geht beim Umschalten auf den 15 V-Bereich der Ausgang auf 14 V hoch! Das kann für manche Schaltungen tödlich sein.

Tückisch an dem Gerät ist auch, dass der rückseitige Transistor (2N3055, siehe Bild unten) isoliert eingebaut, aber ungeschützt befestigt ist. Sein Gehäuse führt 30 V und da sollte man keinen Kurzschluss zur Masse (Minusklemme) machen. Das Netzgerätegehäuse ist elektrisch nicht kontaktiert und liegt in der Luft. Da das Gehäuse auch nicht geerdet ist (nur 2-poliger Netzanschluss), handelt es sich um ein Gerät nach Schutzklasse II. Dies würde aber doppelte bzw. verstärkte Isolierung zwischen Netzstromkreis und Gehäuse verlangen, die ich nicht erkennen kann (die Netzspannung führenden Adern haben eine sehr dünne Isolierung und können das Gehäuse berühren). Auch fehlt das erforderliche Schutzklassensymbol. Das Gerät hat zwar eine CE-Kennzeichnung (vom Importeur, nicht vom Hersteller), aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Eine Konformitätserklärung liegt (natürlich) nicht bei.

Auf der Rückseite des Geräts ist eine weitere USB-Buchse, vom Typ B, wie sie etwa bei Druckern verwendet wird (siehe Bild unten). In der Beschreibung ist sie nicht erwähnt, aber man könnte denken, die ist einfach zur vorderen Buchse parallel geschaltet. Es kommt an ihr jedoch keine 5 V heraus!

RNG-1501 USB

Eine Nachfrage bei meinem Lieferanten brachte keine Klarheit, weil der selber zur Auskunft erhielt, dass die Buchsen sehr wohl parallel geschaltet seien und 5 V auch dort anstehen würde. Um hier Klarheit zu bekommen, habe ich die Verdrahtung kontrolliert. Danach ist es so, dass die Buchsen zwar parallel geschaltet sind, jedoch nicht der Pin 1, 5 V USB. Der Punkt ist auf der Platine der hinteren Buchse überhaupt nicht kontaktiert.

Was hat das zu bedeuten? Ist das ein Design-Fehler? Die Fertigungsqualität solcher Fernost-Geräte ist ja häufig zweifelhaft, aber hier liegt wohl etwas anderes vor. Im Grunde ist es doch klar, dass eine Buchse vom Typ B gar keine 5 V liefern darf. Denn üblicherweise werden damit die Clients (Slaves), also die zu steuernden Geräte, angeschlossen, die sich vielmehr über solch eine Buchse die Betriebsspannung besorgen (z.B. bei externen Festplatten, Brenner etc.) oder daran die Verbindung zu einem Master (PC) erkennen. Die Buchse darf selber also keine Spannung liefern, um eine Kollision mit dem Master (PC) zu vermeiden.

Wozu kann man dann die Buchse verwenden? Wenn man etwa einen PC/Laptop hat, der vielleicht nicht in der Lage ist, den vom angeschlossenen USB-Gerät benötigten Strom aufzubringen, und eine mögliche Stromverstärkung durch ein sogenanntes Y-Kabel an eine weitere USB-Buchse nicht möglich oder ausreichend ist, kann man das Netzgerät dazwischen schalten: Den PC an die hintere USB-Buchse, das Laufwerk an die vordere. Dort kann das Gerät dann bis etwa 400 mA entnehmen. Die Kommunikation wird durchgeschleift. Für unterwegs ist das natürlich etwas umständlich :-) Es ist außerdem zu beachten, dass die Buchsen-Gehäuse nicht mit einander verbunden sind, sie sind frei, das bedeutet, dass die Kabelabschirmung zwischen beiden Kabeln unterbrochen wird.

Für den USB-Ausgang wird ein eigener 5 V-Regler verwendet, der nur einen kleinen Kühlkörper hat (im unteren Bild rechts oben zu erkennen). Als Schutz bzw. zur Strombegrenzung liegt zum Ausgang ein 1,5 Ohm Leistungswiderstand in Reihe. Somit ist die abgegebene Spannung vom Laststrom abhängig. Bei 400 mA stehen dann nur noch etwa 4,3 V zur Verfügung, bei 500 mA etwa 4,0 V. Über etwa 600 mA wackelt die Digitalanzeige und bei noch höheren Strömen schaltet das Netzgerät ab und es ertönt ein Signalton (Tongeber auf dem Bild unten rechts).

RNG-1501 Platine Ansonsten kann ich zur Fertigungsqualität nur wieder sagen, dass deutsche Hersteller sich nicht trauen würden, so etwas auszuliefern, siehe nebenstehendes Bild: Man hat sich in der Leiterplattenfertigung offensichtlich den Reinigungsvorgang nach dem Schwallbad gespart und so ist die Platine mit einem festen weißen Belag übertüncht (oder hat die Platine einen Wasserschaden oder ist sie in ein Farbbad gefallen?), sogar bei dem IC-Sockel sind sämtliche Steckkontakte grün korrodiert (Patina), wie auch bei den Anschlussdrähten der Widerstände, wie man auch auf dem Bild erkennen kann.


Stichwörter: McPower, RNG-1501 USB, Y-Kabel, HT46R064, Holtek, EAN 4044499086509, 4044499143523, 542-038

(15.01.2012)


LAN-Kabel Tester NS/SY-468, WZ0010 (und baugleiche)

Ein vielfach angebotenes Testgerät für LAN-Kabel (RJ45/RJ12/RJ11/RJ10) ist das NS-468 bzw. seine Varianten, etwa SY-468, oder andere baugleiche OEM-Versionen (Lindy, LogiLink WZ0010 etc.). Manche unterscheiden sich noch im mitgelieferten Zubehör (Adapter Stecker/Kabel). Erstaunlich ist aber auch die Vielfalt an Kaufpreisen. Beim Direktimport aus China über eBay efortown habe ich kürzlich 2,40 EUR (inkl. Versand) bezahlt, inkl. Schutzhülle, man kann aber ebenso auch weit über 20 EUR dafür zahlen. Preisvergleiche sind also lohnend. Das Gerät schickt über jede angeschlossene Leitung sequentiell einen Prüfstrom, der die LEDs im Sender/Master (am Kabelanfang) und am Empfänger/Remote (am Kabelende) zum Aufleuchten bringt. Je nach Aderbelegung und Anzahl der verdrahteten Leitungen (max. 8 + Schirm) leuchten die entsprechenden LED nacheinander auf. Nicht Aufleuchten heißt keine Verbindung, Aufleuchten in falscher Reihenfolge heißt Adern verdreht. Soweit ist das klar und praktikabel.

NS-468

Allerdings fiel mir beim Testen auf, dass eines meiner Testkabel (6P4C) überhaupt nicht angezeigt wurde. Andere, etwa 6P2C, 6P6C, hingegen schon. Auch der Schirm eines LAN-Kabels wurde nicht angezeigt. Das hat mich schon zur Verzweiflung gebracht, weil ich mir sicher war, dass die Kabel in Ordnung sind. Nach fruchtlosen Versuchen und Untersuchungen am Kabel habe ich das Gerät zerlegt und die Innenschaltung analysiert. Es braucht gar nicht viel Arbeit, heraus zu finden, wie es funktioniert. Dazu hilft es, einen Blick auf das Datenblatt des verwendeten SAM8118 von sigamico.com zu werfen, in dem eine typische Applikation für den Kabeltester dargestellt ist (wer chinesisch lesen kann, ist klar im Vorteil, aber man kann sich auch so viel zusammenreimen). Interessant sind die Invers-Dioden D4/5/6 (Remote) bzw. D1/2/3 (Master), die für die Rückleitung eines LED-Stroms erforderlich sind. Es sind in dem Applikationsvorschlag mehrere Adern mit Dioden versehen, damit bei "jedem" zu testenden Kabel mindestens 2 davon auch verfügbar sind. Nur dann kann bei jeder zu prüfenden Ader über mindestens 1 der Rückleitungen auf diese Weise der Strom auf der Senderseite gegen Masse zurück fließen. Die nur teilweise Bestückung mit Dioden bedeutet aber, dass nicht alle Belegungsvarianten eines Kabels testbar sind. Bei einem universellen Tester sollte das jedoch schon möglich sein.

Dass das nicht der Fall ist, sieht man am Stromlauf, den ich beispielhaft für mein NS-468 (Version mit Schiebeschalter) aufgenommen habe. In roter Farbe habe ich die Bauteile markiert, die bei mir für einen universellen Tester fehlen (Invers-Dioden) bzw. die "vergessen" wurden (die Schirm-LED in beiden Geräten und 5 Brücken für RJ12 bei Remote), sowie in blau solche, die nicht bestückt wurden, weil sie wohl nicht gebraucht werden ("optional"). Interessant ist, dass für alle fehlenden Teile Einbauplätze vorhanden sind (siehe nachfolgende Bilder). Im Master müssen 6 Invers-Dioden (1N4001) und 1 LED (3 mm, grün) eingelötet werden. Hierfür sind keine Löcher gebohrt, aber Kupfer-Pads vorhanden. Man muss nur den Schutzlack abkratzen und die Löcher (0,8 mm) nachbohren. Im Remote fehlen ebenfalls 6 Dioden und 1 LED, sowie 5 Brücken. Für alle Teile sind bei diesem bereits Löcher vorhanden, da muss man nur den Schutzlack abkratzen.


Nachfolgend ein Blick auf die Leiterplatten Master bzw. Remote NS-468 im Original-Zustand.

NS-468 Master NS-468 Master

NS-468 Remote

NS-468 Remote

Die Version SY-468 sieht äusserlich genauso aus wie das NS-468, hat nur den Schiebeschalter auf der Seite. Die Schaltung ist ziemlich identisch. Jedoch ist diese Version in SMD ausgeführt, da lassen sich die fehlenden Dioden nicht mehr nachrüsten (die Schirm-LED ist aber vorhanden). Das IC (SAM8118) ist hier im SO16-Gehäuse verbaut, während beim NS-468 eine Chip-Version auf einer Sub-Platine benutzt wird.

Dass mein Kabel 6P4C zu den Kabeln gehört, die mit der Original-Bestückung nicht testbar sind, ist an Hand des Stromlaufs klar ersichtlich. Es hat die Belegung 2-3-4-5 an einem Ende und 4-5-2-3 am anderen (also die 2 Paare 2-3 und 4-5 waren vertauscht, Crossover). Beim NS/SY-468 sind aber nur die Leitungen 1, 3 und 4 mit Dioden bestückt. Bei dieser Beschaltung kann bei keiner der 4 Adern ein Rückstrom über eine Master- und gleichzeitig Remote-Diode fließen. Das kann also gar nicht gehen. Als Regel wäre da einzuhalten: Es müssen 2 von den Adern 1, 3 oder 4 auf einer Seite des Kabels verbunden sein mit 2 Adern aus 1, 3 oder 4 auf der anderen Seite (nicht unbedingt die gleiche Anordnung). Dann wäre das Kabel vollständig testbar.

Bedeutung haben die eingesparten Dioden auch bei ganz normalen Kabeln. Es ist ja Aufgabe eines Leitungstesters, bei fehlenden oder falschen Verbindungen diese auch eindeutig anzuzeigen. Das geht aber selbst bei einem normalen ISDN-Kabel, bei dem die Adern 3 bis 6 (RJ45) 1:1 verbunden sind, nicht in jedem Fall. Solange alle Adern korrekt verbunden sind, werden die LED 3 bis LED 6 nacheinander aufleuchten. Wenn aber etwa die Ader 3 unterbrochen ist oder keinen Kontakt im Stecker hat, werden beim Testen LED 3 und LED 4 dunkel bleiben und nur LED 5 und LED 6 nacheinander leuchten. Das gleiche gilt, wenn nur Ader 4 unterbrochen wäre. Der Grund ist, dass die oben genannte Regel in diesem Fehlerfall nicht eingehalten wird (dass mindestens 2 der Adern 1, 3, 4 mit einander verbunden sein müssten). Man wird dann vielleicht vergeblich nach einem Fehler bei Ader 4 (bzw. Ader 3) suchen, den es gar nicht gibt. Wenn Ader 5 oder Ader 6 unterbrochen wären, wird hingegen nur die LED der betreffenden Ader dunkel bleiben. Abhilfe wäre möglich, wenn man lediglich 1 Diode bei LED 5 oder LED 6 im Master und Remote nachrüsten würde. Dann sind einzelne Adern-Unterbrechungen beim ISDN-Kabel eindeutig lokalisierbar.

Sofern man bei einem Kabel einige oder alle Adern nicht angezeigt bekommt, sollte man also zunächst die Adernzuordnung und -belegung durch Anschauen der Stecker feststellen und an Hand des Schaltbilds (bzw. der benötigten Adern 1, 3, 4) die mögliche Prüfbarkeit klären, bevor man auf die Suche nach der Schwachstelle beim Kabel geht. Eine etwas unbefriedigende Situation für ein Testgerät. Man könnte das vermeiden, wenn man alle fehlenden Dioden (in meinem Stromlauf rot dargestellt) nachträglich einlöten würde. Dann gilt die vereinfachte Regel, dass ein zu testendes Kabel mindestens 2 funktionierende Adern haben muss, damit es eindeutig testbar ist.

Dass die Brücken und die Schirm-LED bei meinem NS-468 fehlen, ist wohl auf mangelnde Qualitätskontrolle zurück zu führen. Hier könnten Preisunterschiede gerechtfertigt sein. In Foren wird öfter beklagt, dass die Schirm-LED bei ähnlichen Geräten fehlt. Der eBay-Verkäufer hat mir auf meine Vorhaltung mit den fehlenden Brücken und LEDs hin ein neues SY-468 kostenlos zugesandt. Das hat zwar die gleiche Einschränkung mit den 3 Dioden, aber funktioniert ansonsten richtig (auch G/Schirm).

Und noch ein extrem preiswerter LAN Kabel-Tester RJ45/RJ12 (eBay itshotsale77 1,70 € inkl. Versand):

cable tester

Das Gerät ist sehr kompakt und arbeitet mit dem IC CD4017. Beworben wurde es mit "9 LED für Leitungstests", also RJ45 8-polig + Schirm (Anzeige "G"). Meines hat allerdings tatsächlich nur 8 LED, also für 8 Adern ohne Schirm. Denn die 9. LED (G) ist sowohl im Master als auch im Remote (wieder) gar nicht bestückt. Der Verkäufer gibt sich ahnungslos :-)

Funktionell entspricht es dem NS-468, d.h. besitzt auch nur die 3 Invers-Dioden. Auch damit gibt es also die gleichen Probleme bei ungeeigneten Konfigurationen. Vielleicht ist es auch der gleiche Hersteller, zumindest ist die beigelegte Beschreibung bei beiden gleich.

Zwar lässt sich hier die G-LED leicht nachrüsten, aber für weitere Invers-Dioden ist kein Einbauplatz vorgesehen und der zur Verfügung stehende Platz dafür ist etwas knapp.

Auf meine Reklamation wegen dieser Mängel hat mir der Verkäufer den Kaufpreis erstattet (ohne dass ich den Artikel zurück schicken müsste), was zwar nichts daran ändert, andererseits aber durchaus entgegenkommend ist.


LogiLink WZ0010

(Stand: 31.01.2015)

WZ0010Ein dem NS-468 äusserlich und innerlich sehr ähnliches Gerät ist das WZ0010 von LogiLink. Leider konnte mir die Hotline von LogiLink nicht erklären, ob das Gerät dieselben Einschränkungen hat, wie oben beschrieben. Daher habe ich das selber untersucht. Tatsächlich hat es immerhin 1 Invers-Diode mehr bestückt, so dass hier die Adern 1, 2, 3, 4 mit Invers-Dioden versehen sind. Mit diesem Tester lassen sich daher alle Kabel testen, wo zumindest 2 dieser Adern am Master mit 2 davon im Remote verbunden sind. Daher konnte ich das oben erwähnte Crossover-Kabel 6P4C damit tatsächlich testen. Hingegen gilt für das oben beschriebene ISDN-Kabel mit Unterbrechung bei Ader 3 oder 4 der gleiche Fehler wie beim NS-468.

Für die fehlenden Dioden der übrigen Adern sind immerhin auch schon Bohrlöcher vorhanden, so dass man die hier ggf. nachrüsten könnte, wenn man diese Einschränkungen vermeiden will bzw. andere spezielle Kabel testen will, die das erfordern. Im Schaltbild habe ich den von mir erstellten Stromlauf dieses Testers dargestellt, der dem vom NS-468 sehr ähnlich ist. Rot markiert sind die fehlenden Teile. Zentrales Element ist auch hier offensichtlich ein SAM8118, aber der ist mit der Chip-on-Board-Technik eingebaut und vergossen, so dass man seine Beschaltung nicht vollständig erkennen kann. Insbesondere ist der benötigte Widerstand R4 (in meinem Bild) des Oszillators nicht sichtbar, aber messbar. Vielleicht steckt er im Verguss als SMD-Bauteil. Gegenüber dem Schaltbild des NS-468 fällt auf, dass beim WZ0010 auf den Einbau einer Verpolungsschutzdiode bei der Batterie verzichtet wurde. Daher sollte man hier unbedingt beachten, die Batterie nur bei abgeschaltetem Gerät auszutauschen.

Ansonsten kann man mit dem WZ0010 alle 8 Adern und den Schirm eines RJ45- bzw. LAN-Kabels testen, und wohl auch die meisten anderen üblichen RJ45/RJ12-Kabel, wenn man die genannten Einschränkungen berücksichtigt.

Das WZ0010 ist im grauen Design und gibt es bei vielen Händlern, wobei man im Zweifelsfall nachfragen muss, ob es wirklich das original WZ0010 von LogiLink ist, denn manche Artikelbilder bei etwa eBay und Amazon sind da missverständlich. Die Preisspanne (Stand 1/2015) reicht von etwa 4 € (inkl. Versand) bis 32 € (zzgl. Versand)! Alternativ gibt es das WZ0010 auch im Set WZ0012 mit Crimpzange, Kabelschneider, LSA Auflegewerkzeug und Abisolierzange. Das kostet meist um 14 €, aber bei Völkner gab es das kürzlich sogar für 11 € (R02601), dann wieder für 20 €, aber auch ein zum Verwechseln ähnliches Set von EFB gibt es dort für derzeit 12 € (Y01136). Auch beim Set kann man für das Original bei manchen Anbietern fast 30 € zahlen.

Pollin NS-468AT (3North)

(Stand: 07.02.2015)

Eine Einschränkung haben diese einfachen Testgeräte allerdings: es gibt nur den Automatik-Modus ("normal" oder "langsam"). Zur Fehlersuche könnte es aber hilfreich sein, wenn man die Adern manuell durchtasten könnte. Es gibt etwas teurere Tester, die diese Möglichkeit bieten (ab 10 €, etwa LogiLink WZ0015).

NS-468ATBei Pollin gibt es unter der Bestellnummer 830 202 eine preiswerte Alternative, das NS-468AT (ca. 8 €, Bild links). Das Gerät sieht äusserlich ähnlich aus wie die anderen 468-Geräte bzw. das WZ0010, ist jedoch im lila Design. Der Schiebeschalter zur Funktionswahl ist bei diesem Gerät ersetzt durch eine Drucktaste mit mehreren Funktionen. Es gibt einen Automatik-Modus und einen manuellen, wo die Adern mit jedem Tastendruck weiter geschaltet werden können. Mitgeliefert werden auch Adapter für BNC-Kabel. Beim Hersteller handelt es sich um 3North (www.nengshou.com), der wohl von Pollin exklusiv vertrieben wird.

Dieses Gerät funktioniert tatsächlich am Besten von allen untersuchten Geräten und ist durch den manuellen Modus auch praktischer. Es sind alle LED bestückt (für 8 Adern + Schirm) und die 8 Adern-LED sind alle mit Invers-Dioden (1N4148) versehen (der Schirm nicht). Das bedeutet, dieses Gerät kann im Gegensatz zu den oben genannten Geräten alle Kabel testen, bei denen mindestens 2 der Adern 1 bis 8 irgendwie miteinander verbunden sind (also alle 2 bis 8-poligen Kabel, mit oder ohne Schirm). Bei der Konfiguration der Kabel gibt es daher keine Einschränkungen (Vertauschungen, Unterbrechungen). Auch das oben genannte kritische ISDN-Kabel mit unterbrochener Ader 3 (oder 4) wird korrekt angezeigt.

Von der Handhabung her ist es aber etwas komplizierter zu bedienen. Es gibt beim Automatik-Modus nur eine Geschwindigkeit, die etwas zu flott ist. Solange es 1:1 verdrahtete Kabel sind, kann man gut damit leben, aber sobald Adern vertauscht sind (etwa Crossover), muss man besser den manuellen Modus wählen. Die Taste hat Mehrfachfunktionen (Ein Auto/Manuell/Weiter/Aus), für die man unterschiedlich lang drücken muss (kurz/2 s/5 s), das ist etwas verwirrend. Zusätzlich hat das Gerät einen Summer, der beim Einschalten ertönt, ansonsten scheint der keine Funktion zu haben.

Das Gerät hat einen Verpolungsschutz, wozu 3(!) Dioden 1N4001 hintereinander geschaltet sind, etwas merkwürdig (oder soll damit die Betriebsspannung für das IC verringert werden?). Die LED sind so hell, dass Nachbarelemente etwas mitleuchten. Wenn das stört, könnte man vielleicht Papierstreifen zwischen die LED legen oder die (Rechteck-)LED seitlich mit einem Filzstift anmalen. Als Steuereinheit scheint ein kundenspezifischer Mikroprozessor eingesetzt zu werden, denn als Typenbezeichnung steht die unbekannte Bezeichnung SP130BAM auf dem DIL-Gehäuse und ein Keramikschwinger sorgt für den Takt. Zum Öffnen des Gehäuses braucht man einen Schraubendreher mit Dreieck-Klinge.

RJ50-Adapter für RJ45-Kabel-Tester

Adapter RJ50Um auch 10-polige RJ50-Kabel (10P10C) testen zu können, habe ich mir einen Adapter entwickelt, bei dem die 2 zusätzlichen Adern gegenüber dem RJ45-Anschluss durch Umschalten prüfbar sind (Projekt 01/2015). Über ein Brückenfeld können zudem einzelne Adern unterbrochen werden, etwa um die Funktion des Testers zu überprüfen (mit einem Strommesser kann jede Ader überprüft werden, ob ein Rückstrom fließen kann, d.h. ob eine Invers-Diode bestückt ist). Außerdem habe ich den Adapter erweitert, um auch USB-Kabel testen zu können (USB-A zu USB-A, USB-A zu USBminiB, USBminiB Stecker zu Buchse 5-polig). Ersetzt man den 10-poligen RJ50 durch einen 8-poligen RJ45, kann man die Schaltung auch als eine Art BreakOut-Box für RJ45 benutzen. Für Interessenten kann ich eine Leiterplatte bzw. Bauunterlagen zur Verfügung stellen.

Stichwörter: NS-468, SY-468, LAN Kabeltester, SAM8118, CD4017, wz0010, xt-468, ns-468at, pollin 830202, 3north, sp130bam

(05.09.2011 erstellt, zuletzt geändert 07.02.2015)


Solar Akkulader & portable Stromversorgungen

Akku-Stromversorgungen zum Nachladen von Handys oder Smartphones oder auch zum Betreiben von Batteriegeräten (z.B. Navigationssysteme) sind inzwischen sehr weit verbreitet. Das Spektrum solcher Geräte reicht von 2 EUR für eine mit einer Batteriezelle zu betreibenden kleinen Einheit bis zu etwa 70 EUR für einen Powerakku mit 4 Ah. Meist stellen diese mobilen Stromversorgungen die Energie an einer USB-Buchse zur Verfügung (5 V), weil viele Geräte ohnehin die Möglichkeit bieten, an USB-Hosts (z.B. PCs) aufgeladen zu werden. Für mein Geko301-Navi hatte ich mir schon einmal eine sehr einfache externe Stromversorgung gebaut, die mit 4 x AA-Zellen arbeitet und 3 V/100 mA zur Verfügung stellt. Weil ich alternativ noch eine flexiblere und universellere Stromversorgung für mein Fahrrad-Equipment haben wollte, habe ich mich ausgiebiger mit fertigen Lösungen beschäftigt und einige preiswerte Systeme untersucht. Allen gemeinsam ist, dass sie 5 V an einer USB-Buchse (A oder mini A) zur Verfügung stellen (die ich für das Geko in einem anderen Projekt noch einmal auf 3 V herunter regle), bei max. 0,5 bis 2 A und einer Kapazität von bis ca. 4 Ah. Meist arbeiten diese Versorgungen mit LiIon- oder LiPo-Akkus mit 3,7 V (1s), die allerdings bezüglich Ladung und Entladung recht kritisch sind. Ein eingebauter Schaltregler transformiert die Akkuspannung auf eine geregelte 5 V Ausgangsspannung hoch.

Folgende Kriterien sind hierbei besonders interessant:

Die von mir untersuchten Systeme haben bezüglich dieser Kriterien einige Macken und Probleme. Vor allem die bei eBay angebotenen extrem preisgünstigen Akkus bzw. Akku-Geräte sind sehr zweifelhaft bis unbrauchbar. Es würde den Rahmen des hier vorgesehen Platzes sprengen, wenn ich von allen meinen Untersuchungen im Detail berichten würde, daher gebe ich hier nur einen stichwortartigen Überblick.

Schon die Beschaffung von Akkus für die Geräte, die es ermöglichen 1 bis 4 LiIon-Zellen vom Typ 18650 einzulegen, war frustrierend. Denn die bei eBay angebotene Ware (etwa 4 blaue Zellen mit je 3 Ah für knapp 8 EUR inkl. Versand aus China) war teilweise schlicht unbrauchbar. D.h. entweder nicht funktionsfähig oder mit viel zu wenig Kapazität (mein Lieferant erstattete mir zwar bei 2 Aufträgen den Kaufpreis ohne dass ich die Zellen zurück schicken musste, revanchierte sich aber mit einer Sperre für seinem Shop, kein wirklicher Verlust für mich). Sehr gut waren hingegen die "original" Sanyo-Zellen von eBay-Verkäufer daisyzhang686 (pink, mit Lötfahnen, nom. 2,6 Ah), die aber je 8,50 EUR kosteten. Die waren jedoch sehr gut. Gemessen habe ich eine Kapazität von je 2,5 Ah bei 0,5 A. Ebenfalls Sanyo-Zellen hat biggestmart im Angebot (2,6 od. 3 Ah), die gut 4 EUR/Stck. kosteten und immerhin 2,1...2,5 Ah erreichten (weil ich mich beklagte, hat mir der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises erstattet, so dass die Zellen letztlich nur ca. 3 EUR/Stck. kosteten).

Da bei Akkus leider sehr viel gelogen und auch in der Werbung zu viel versprochen wird, sind die Untersuchungen zu 18650-Zellen von The Battery Boy www.torchythebatteryboy.com/p/batteries_21.html sehr aufschlussreich. Er hat viele Akkutypen ausführlich getestet und übersichtlich dokumentiert. Die Entladecharakteristiken bei meinen Tests sowohl bei den Zellen als auch bei den Stromversorgungen habe ich mit dem Orbit Pocketlader bestimmt und dokumentiert (Microlog 2.11).

Ein unerwartetes Problem beim Test der Auf- und Entladecharakteristik von Zellen vom Typ 18650 war der Batteriehalter. Die meisten Halter haben relativ große Übergangswiderstände, die bei hohen Strömen zu nennenswerten Spannungsabfällen führen. Wenn der Ladestrom am Ende nicht reduziert wird, schaltet der Laderegler zu früh ab (Zelle nicht voll) bzw. beim Entladen fällt die Nutzspannung zu früh ab. Der Ladeschacht von Conrad mit der Nummer 512038 ist z.B. auch für 18650-Zellen geeignet, wenn man ihn etwas umbaut, hat aber relativ geringe Kontaktkräfte. Sehr feste Kontakte haben manche einzelne Ladeschalen, wie sie bei eBay angeboten werden (etwa von greenforcecells, "Battery Holder Case box"). Die gemessenen Spannungsabfälle an den Übergangswiderständen lagen bei meinen Messungen meist zwischen 0,1 bis 0,3 V @ 0,5 A. Entsprechend höher wären sie bei größeren Strömen. Beim Pocketlader spielen diese Verfälschungen keine große Rolle, weil das Gerät den Strom entsprechend reduziert, so dass immer volle Ladung bzw. Entladung möglich ist. Bei festem Einbau leistungsstarker Akkus sind angeschweißte Lötfahnen den Batteriehaltern allerdings eindeutig vorzuziehen. Im Folgenden einige untersuchte Geräte.

Multi Mobil Ladestation Neofree

Neofree Dieses Gerät wurde mal bei Conrad für 25 EUR verkauft (Nr. 512276 und NF-4400, NeoFree von Hersteller Glocom) und soll 4,4 Ah leisten, Ausgang 5 V USB. Es wird komplett mit Netzteil und Adaptern für Mobil-Telefone geliefert. Mittlerweile scheint es das in Deutschland nicht mehr zu geben als Neuware, wohl aber in Indien und Korea :-)


Eigenschaften und Messungen:

Wenn die Akkus defekt sind, muss man das Gerät wegwerfen, da man an die Akkus nur mit Zerstörung des Gehäuses heran kommt (verklebt). Ich habe mir aber einen Umbau gemacht und benutze als alternatives Gehäuse ein Strapubox 2062 (auf der USB-Seite habe ich die Platine etwas verlängert, damit sie im Gehäuse nicht verrutscht, so dass die Buchse versenkt im Gehäuse liegt).

Mobile Akkubox für 4 x 18650 parallel

Akkubox 18650 Diese Box für bis zu 4 x 18650 LiIon-Akkus gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, etwa mit Serienschaltung der Akkus oder Parallelschaltung, oder gemischt und etwas unterschiedlichen Funktionen (auch unterschiedliche Buchsen). Auf den ersten Blick sehen sie aber alle etwa gleich aus (die Beschreibung genau lesen). Das Gerät wird normalerweise ohne Akkus geliefert.


Eigenschaften und Messungen:

Dieses Gerät hat den Vorteil, dass man die Akkus bei Bedarf leicht auswechseln kann.

Solar Power Ladegerät 2,6 Ah

Solar Akkulader Das Gerät hat ein Solarpanel, das eine permanente Nachladung des LiPo-Akkus (2,6 Ah) ermöglichen soll, umschaltbare Ausgangsspannung (4,5-9 V) und eine Taschenlampenfunktion.


Eigenschaften und Messungen:

Das Gerät hat ein stabiles Gehäuse (nicht erkennbar zu öffnen), aber das Panel ist Spielerei, die Buchsen mit Umschalter sind zu fummelig. Die Überhöhung der Ausgangsspannung bei nachlassender Batterie macht die Verwendung von Geräten, die nominell 5 V benötigen, möglicherweise sehr riskant.

Solar Power Ladegerät 2,6 Ah

Solar AkkuDas Gerät hat eine USB-Buchse A für den Ausgang (5 V) und eine mini-USB zur Aufladung (5 V), ein Solarpanel soll die Aufladung des LiPo-Akkus (2,6 Ah) unterstützen. Schalter sind nicht vorhanden.


Eigenschaften und Messungen:

Das Gerät hat zwar ein Metallgehäuse, was aber etwas hakelig ist. Man kann es leicht öffnen, um etwa den LiPo-Akku auszutauschen. Verlötung von Akku und Panel ist aber etwas problematisch. Das Panel scheint keine nennenswerte Funktion zu haben, jedenfalls reicht es nicht aus (bei normalem Tageslicht), die Selbstentladung auszugleichen. Beide getesteten Geräte haben defekte Akkus (habe beide Käufe erstattet bekommen ohne Rücksendung).

Anmerkung (Akku-Kapazität): Die Hersteller geben immer vollmundig die Kapazität des eingebauten Akkus an, aber entscheidend ist ja, was "raus kommt". Wegen der Umsetzung der Akkuspannung (ca. 3,5-3,7 V) auf die Ausgangsspannung (5 V) kann rechnerisch der Strom am Ausgang nur geringer sein als der vom Akku, hinzu kommt der Wirkungsgrad des Schaltreglers. Rechnerisch ist das Stromverhältnis (und damit das effektive Kapazitätsverhältnis Ausgang zu Akku) bei angenommenen 80 % Wirkungsgrad etwa 0,6. D.h. ein eingebauter Akku mit 4,4 Ah ergibt an 5 V effektiv nur um die 2,5 Ah nutzbare Kapazität. Bei einem 2,6 Ah Akku wäre bei 90 % Wirkungsgrad mit 1,7 Ah Ausgangsleistung zu rechnen.

Stichwörter: solar panel, akku, multi mobil lader, 18650, lipo, liion, kapazität

(19.08.2011)


Orbit Pocketlader

Zu diesem exzellenten Mini-Ladegerät (Nr. 0640) für alle möglichen Batterietypen eines Modellbauers habe ich mir einen Adapter entworfen, um einerseits die Bananenstecker des Eingangskabels auf eine Hohlbuchse zu kontaktieren, oder alternativ mit anderen Kabeln von/zu 6,3 mm Flachsteckern, andererseits zum Laden von Knopfzellen (Lir2032) mit passenden Haltern, und Anschlussbuchsen für LiPo-Batterien (1S) mit Steckkontakten von JST (2 mm). Bei Bedarf kann ich die Layout-Daten (SprintLayout) zur Verfügung stellen (62x34 mm, passend für Strapubox 2744).

Layout

Stichwörter: orbit pocketlader mpx mg6 adapter bananenstecker hohlstecker lipo liio batterie knopfzelle ladegerät

(10.01.2011)


Geschirrspüler Siemens LADY 782 (SN782300 00)

Lady 781Meine uralte Geschirrspülmaschine hatte schon etliche Macken. Kürzlich hätte ich sie doch fast entsorgen müssen, denn das Ersatzteil aus der Klarspülerzuführung (Stößel, Nr. 05 6567) ist nicht mehr lieferbar. Es handelt sich um eine kleine Keramikstange, die den Klarspülerauslauf verschließt und bei dem war die Gummidichtung abgerissen. In Folge dessen lief der Klarspüler in der Tür immer aus, sobald die Tür aufgeklappt wurde, sammelte sich anfangs in dem Dämmmaterial, fand aber bald den Weg nach außen und hinterließ gelegentlich Pfützen auf dem Fußboden, die auch von einem "unsauberen" Haustier hätten stammen können. Diese Dichtung ist so speziell, dass man sie nicht auf einfache Weise improvisiert ersetzen kann. Allerdings habe ich doch eine Lösung gefunden, die offenbar gut funktioniert: Im nachfolgenden Bild sieht man den oberen Teil des Klarspülerbehälters in der Fronttür, bei dem ein Bimetall-Hebel (grün) den Stößel in der Vorratskammer zum Öffnen nach oben zieht. Klarspülerdichtung

Der gelbe "Balg" ist der untere Teil eines Luftballons, der als flexibler Dichtungsschlauch dient. Dieser ist unten über der Öffnungswulst und oben auf einer auf den Stößel geschobenen Wasserhahndichtung (unterhalb der Unterlegscheibe) mit Kabelbinder fixiert. Dieser Schlauch muss sich aus der gezeigten Ruhestellung um etwa 1/2 cm nach oben strecken können, wenn der Bimetall-Hebel beim Spülgang den Stößel anhebt. Wichtig ist, dass die übergeschobene Gummidichtung straff auf den Stößel passt, damit der Klarspüler dort nicht herauslaufen kann, wenn die Tür gekippt wird. Zum mechanischen Schutz habe ich an dieser Stelle den Ballon umgeschlagen (doppelt gelegt), die Wulst am Luftballonende sitzt hier am unteren Kabelbinder. Die Unterlegscheibe ist aus Pertinax und soll nur die Hitze des Betätigungsarms von der Dichtung und dem Ballon etwas fern halten. Ebenso soll die seitliche Epoxyplatte (Kupfer beschichtet) die Strahlungshitze abschirmen. Die Platte habe ich geschlitzt und über den Arm geschoben und mit Bindedraht etwas fixiert. Diese Konstruktion hat die ersten 10 Spülgänge problemlos verkraftet und wird so sicher noch lange Zeit halten.

Leider aber habe ich mich inzwischen entschlossen, die Maschine doch zu entsorgen, weil die Summe der vielen Macken mittlerweile doch so groß geworden ist, dass es (auch ökologisch) Sinn macht, die Wirtschaft anzukurbeln und einen neuen Geschirrspüler zu kaufen.

Stichwörter: siemens geschirrspüler lady 782 sn 782300 00 stößel 056567 klarspüler 083223 bimetall kundendienst bimetall luftballon

(05.09.2011)


Heizkörper-Thermostat Classic Pro / Model K und baugleiche

Derzeit wird bei praktisch allen Elektronik-Versendern ein sehr preisgünstiges Heizkörperthermostat mit Zeitsteuerung angeboten (z.B. Reichelt, ELV, Conrad/Völkner, Pearl etc., bei Pollin ohne Boost-Funktion), einheitlich für ca. 15 €. Als Anschluss ist das weit verbreitete M30-Gewinde vorgesehen, es liegen aber auch Adapter für Danfoss-Ventile bei. Bei Ventilen von Polytronic ist das Gewinde jedoch M34x1,5. Obwohl hierfür kein Adapter erhältlich ist, kann man den Thermostat mit einem Danfoss-Adapter daran betreiben (fest und vollständig auf das Gewinde schieben). Man muss lediglich den Stößel verlängern.

Hierzu muss man die Entfernung zwischen vollständig herausgefahrenem Stößel (Ventil offen) und dem Thermostat-Boden (wo der Druckstift verschwindet) ausmessen und einen passenden Stift als Verlängerung basteln (Länge etwas kürzer nehmen, bei mir waren es ca. 17 mm). Ich habe einen 10 mm langen M5-Gewindebolzen mit 12 mm-Schraube (inkl. Kopf ca. 16 mm lang) benutzt, wobei der Ventilstift in den Bolzen gesteckt wird, aber nur soweit, dass der volle Hub noch ungehindert möglich ist. Dazu habe ich als Anschlag die Schraube entsprechend weit in den Bolzen eingedreht. Zusätzlich musste ich den Abstand zum Thermostat-Boden noch mit einer 1 ct-Münze ausgleichen. Damit diese Stiftverlängerung nicht nach unten kippen kann und etwas zentriert wird, kann man einen passenden Dichtring aus Gummi oder Kunststoff drüber ziehen, oder sie in ein dickes Papp-/Kunststoff- oder Holzröllchen schieben.

Man kann auch einen M4-Bolzen auf ca. 2 mm Tiefe (bzw. geringer als der notwendige Stellhub) mit einem 4 mm-Bohrer (bzw. passend zum Ventilstift) aufbohren. Dann lässt sich eine in den Bolzen eingedrehte Schraube zur Justierung für den passenden Abstand verwenden. Ob es passt, sieht man nach der "Abgleichfahrt" des Thermostats, wo im Fehlerfall F1/F2/F3 angezeigt wird. Anderenfalls erscheint anschließend das Hauptdisplay.

Besonders praktisch empfinde ich die "Fenster auf"-Funktion, die bei mir mit gekipptem Fenster und Ventil am Fenster sehr gut funktioniert.

Stichwörter: thermostat ventil polytronic danfoss

(22.12.2010)


Produktfälschung bei eBay

Kürzlich habe ich ein Lötflussmittel bei eBay gekauft, Artikel Nr. 280583779516, Titel RMA-223 RMA223 Lötpaste Flussmittel f. PCB BGA 10cc Neu, Verkäufer rockumind. Dieser Artikel ist laut Original-Hersteller AMTECH gefälscht, was nach dessen Aussage sehr häufig vorkomme. Mir wurde von eBay und auch vom Verkäufer die Rückgabe angeboten mit Rückzahlung des Kaufpreises. Da die Qualität zumindest zweifelhaft ist, ist vom Kauf eher abzuraten. Der Artikel wird erstaunlicherweise immer noch angeboten (unter anderen Artikelnummern).

Bezeichnung lt. Etikett: AMTECH Flux Type:RMA-223 - Lot#:273-09-2 - Volume:10cc - Made in China

RMA-233

Stichwörter: ebay rma-233 rma233 amtech produktpiraterie

(25.12.2010)


USBasp AVR-Programmer

Von Fisch & Fischl (http://www.FundF.net/usbasp) gibt es ein interessantes Projekt für ein Programmiergerät für AVR-Mikrocontroller (Atmel). Das bemerkenswert einfache Konzept nutzt zwar die USB-Schnittstelle, verwendet aber keinen speziellen USB-Baustein (wie FT232 etc.). Der eingesetzte ATmega8 simuliert das Protokoll. Damit ergibt sich ein ganz einfaches Konzept, das in vielfachen Variationen (hardware- und softwareseits) weltweit genutzt wird, und für das es Teilesätze oder Bausätze zum Kaufen gibt.

Ich habe mir über eBay ein auf diesem Konzept beruhendes fertiges Modul gekauft, das mit ca. 8,60 € inkl. Versand konkurrenzlos günstig ist. Derzeit angeboten von hummingosand (derzeitiger Artikel 250728930842 mit dem Titel USB ISP Programmer for ATMEL AVR ATMega ATTiny USBasp), aber permanent neu eingestellt.

Die Software auf dem Modul entspricht offenbar dem Original, jedenfalls verlinkt das Angebot auf www.fischl.de/usbasp/ zum Download, falls benötigt. Die Hardware ist allerdings eine leicht abgespeckte Version des Originals (dessen letzter Stand vom 24.09.2009 ist). Der Jumper zur Selbstprogrammierung ist durch einen unbestückten Widerstand (R8) realisiert, der Jumper Slow SCK fehlt (die SW kann auch selber eine Anpassung vornehmen) und die seriellen Leitungen an den 10-poligen Stecker fehlen (werden normalerweise auch nicht benötigt).

Positiv ist eine zusätzliche Polyswitch-Sicherung (D5) in der 5 V-Leitung, die den angeschlossenen PC vor Überlastung der 5 V schützt. Allerdings enthält die Schaltung des Programmers einen groben Design-Fehler. Wie in der Artikelbeschreibung erwähnt, sind Z-Dioden an den USB-Datenleitungen angeschlossen, die die Ausgangsspannung auf ca. 3 V begrenzen sollen, weil anderenfalls USB-Ports am angeschlossenen PC fehlerhaft reagieren könnten. Das ist nötig, weil die Schaltung mit 5 V arbeitet, die CPU-Ports also auch fast 5 V bei High abgeben könnten. Nur sind die Dioden (D3/D4) hier an der falschen Seite angeschlossen, siehe nachfolgenden Ausschnitt aus dem Gesamtstromlauf (beim Klick auf das Bild wird der komplette Stromlauf angezeigt, den ich erstellt habe).

Z-Dioden

Sie liegen nicht direkt am USB-Port (D+/D-, Pin 2+3 des Steckers), sondern am CPU-Port. Das bedeutet, die vorhandenen 68 Ohm-Widerstände (R6/R7) an den CPU-Ports begrenzen den Z-Strom nicht, sondern der stellt sich nur entsprechend dem Innenwiderstand der CPU-Ports ein. Das kann eine Überlastung des Ports bedeuten und erhöht unnötig den Stromverbrauch, ist aber auf jeden Fall eine Abweichung zum Konzept von Fischl.

Die Platine ist (möglicherweise) identifizierbar über eine Nummer im Bestückungsdruck: 1004161

Ich habe mir zusätzlich und alternativ eine Programmer-Platine auf dieser Basis entwickelt, die es erlaubt, dass das Ziel-System mit eigenen Spannungen zwischen 1,7 und 5,5 V arbeitet, wofür ein ultimativer Pegelwandler eingesetzt wird (74LVC1T45), oder auch vom Programmer mit 5 oder 3,3 V gespeist werden kann. Der Prozessor kann wahlweise mit 5 oder 3,3 V betrieben werden, was im letzten Fall die leidigen Z-Dioden überflüssig macht. Als Schnittstelle wird ein 6- und ein 10-poliger Pfostenstecker verwendet. Diese Platine ist aber noch nicht erprobt.

Stichwörter: avr atmega8 usbasp programmer bascom

(05.09.2011)


ISP-Adapter 6-/10-polig

Für die AVR-Programmierung werden an den Programmieradaptern meist 10-polige Pfostenstecker eingesetzt, an den zu programmierenden Modulen oft aber 6-polige. Es gibt fertige Adapterkabel, oder auch eine kleine Anpassplatine (z.B. von www.robotikhardware.de) fertig zu kaufen. Ich habe mir eine ähnliche Platine erstellt, allerdings noch etwas kleiner (22x23 mm). Das Layout kann ich zur Verfügung stellen (SprintLayout).

Viele Programmieradapter arbeiten mit 5 V, nur manche sind umschaltbar auf 3 V, um unterschiedlich versorgte Zielhardware programmieren zu können. Manche batteriebetriebene Schaltungen verwenden aber vielleicht sogar Spannungen unter 2 V, was dann trotzdem nicht passt. Es gibt viele Vorschläge für entsprechende Pegelwandler (etwa auf www.mikrocontroller.net), aber alle sind eigentlich ein Kompromiss bezüglich einfacher Beschaltung (beschaffbare Bauteile) und guter Schaltungstechnik (Pegel, Störsicherheit, Zuverlässigkeit) und universelle Verwendung (2 bis 5 V). Ich habe daher einen Adapter erstellt, der neben der 6-/10-poligen Adaption auch beliebige Pegelanpassungen im Bereich von ca. 1,7 V bis 5,5 V vornehmen kann ohne besondere Einschränkungen. Kernelement ist ein Signal Translator IC SN74LVC1T45 von Texas Instruments (oder NXP), das es allerdings nur im SMD-Gehäuse gibt (SOT-23-6/0,95 mm Pitch oder kleiner). Man braucht für jedes Signal (In/Out) 1 IC, also für den ISP-Adapter werden 4 Stck benötigt.

Damit kann man beliebige Pegel im Bereich 1,7 bis 5,5 V wandeln und hat immer die passenden Pegel. Die Platine ist fertig, aber noch nicht bestückt und erprobt.

Stichwörter: avr isp adapter programmer 74LVC1T45

(05.09.2011)


Frequenzzähler VC3165

Der Frequenzzähler VC3165 wird wohl von Victor gebaut und unter verschiedenen OEM-Namen vermarktet, etwa Velleman DVM13MFC2.

Eine Farce sind die angegebenen Genauigkeiten bzw. Stabilitäten. In keinem Datenblatt ist die entscheidende Basic Accuracy genannt, bei eBay-Anbietern findet man aber etwa 2*10^-5, ein enttäuschender Wert bei einem 8-stelligen Zähler. Dafür soll die Langzeitstabilität 2*10^-8 im Monat betragen (oder auch 2*10^-5). Auch die Empfindlichkeiten der Messverstärker, die frequenz- und bereichsabhängig sind, sind in allen Datenblättern unterschiedlich angegeben. Eine diesbezüglich Anfrage beim Hersteller blieb bislang unbeantwortet.

Ich beschäftige mich damit, wie/ob man den Zähler kalibrieren oder tunen könnte (ein Trimmer außerhalb des OCXO ist immerhin vorhanden). Ein ganz einfacher Test mit meinem uralten DCF77-Empfänger (siehe Funkschau 22/1976), der auch einen nachgeführten Quarzoszillator mit 1 MHz beinhaltet, ergab immerhin, dass die Abweichung meines Gerätes wohl um 1*10^-6 liegt (ich kann es derzeit nicht genauer feststellen, weil der Empfänger seit einigen Jahren aufgrund von Phasenschwankungen sekündliche Störungen auf der VCO-Spannung erzeugt).

Stichwörter: velleman victor vc3165 vc2000 dvm13mfc2 dcf77 frequenznormal frequency counter basic accuracy ocxo

(20.12.2010)


UHF-Bake mit Micrel-Chips

Ich beschäftige mich derzeit mit dem Entwurf und Aufbau von Funkbaken für etwa gestrandete Flugmodelle. Für Katzen gibt es "Katzenfinder", mit denen ein den Katzen umgehängter Minisender per Peilung über mehrere hundert Meter geortet werden kann, aber für Flugmodelle wäre das mindestens genauso wichtig. Es scheint keine fertigen Systeme hierfür zu geben, aber es gibt einige Selbstbauprojekte:

Die Systeme arbeiten im 433 MHz-Band, das für Amateurfunk (lizenzpflichtig) und Short Range Devices (ISM/LPD/Jedermannfunk) freigegeben ist. Zu beachten sind die Frequenz- und Leistungsgrenzen! Je nach Ausführung sind Leistungen im Bereich von 1 bis 10 mW vorgesehen, bei ca. 433,92 MHz. Das System von fmkit ist sehr flexibel für eine große Auswahl an Frequenzen/Bändern und Sendeleistungen, was aber zumindest für die (legale) Benutzung in der EU weitgehend uninteressant ist. Eine Daten-Aussendung im 446 MHz-Band, um mit preiswerten PMR-Walkie-Talkie als Empfänger arbeiten zu können, ist bei uns nicht legal, ebensowenig eine Ausgangsleistung von 50 mW.

Meine Bakenentwürfe basieren auf unterschiedlichen Designs, aber in erster Linie auch auf dem AVR-Programm von Roland Walter (BASCOM-Programm), mit folgenden Bestandteilen und Varianten:

Noch in keiner Weise gelöst ist die Firmwareseite, die ich zwar vom Foxy übernehmen möchte, aber einige wesentliche Abwandlungen wünschenswert macht. Zum Beispiel wählbare Tonfolge (Rufzeichen/Morsecode, ähnlich wie bei Foxy) bzw. Modulationsfunktion (normal, Dauerstrich, tonlos), sowie zusätzlich eine Spannungsüberwachung des Akkus (die den ausgesendeten Ton hörbar beeinflusst). Ich muss mich aber erst noch in das AVR-System und BASCOM einarbeiten.

Alle Sender-Entwürfe sind optimiert auf geringes Gewicht (um 10 g inkl. LiPol) und kleine Größe (um 30x40 mm). Zu allen Entwürfen habe ich ein doppelseitiges Leiterplattenlayout mit SMD (beim Service-Adapter THT) erstellt (SprintLayout) und Leiterplatten-Prototypen fertigen lassen. Allerdings habe ich bislang noch nichts bestückt und testen können.

Für die Firmware-Entwicklung habe ich außerdem AVR-Experimentierplatinen (ähnlich Roland Walter) und ISP-Programmer und Adapter entworfen, aber auch noch nicht zusammengebaut oder getestet.

Für ein zukünftiges Projekt würde ich eigentlich eher das Konzept von fmkit empfehlen (Module von Hope), das erheblich anpassungfähiger ist, d.h. programmierbare Frequenzen, Leistungen, Funktionen (etwa auch die dynamische Leistungssteuerung für das erleichterte Peilverfahren), allerdings auch mehr Programmieraufwand bedeutet, weil ich dafür noch keine Ausgangsbasis habe. Mir geht es aber darum, zunächst eine einfache und schnelle Lösung für das Projekt zu finden, indem ich Vorarbeiten anderer (hier Roland Walter) sinnvoll nutze. Eine komfortable Lösung kommt vielleicht später.

Interessante Probleme entstehen schon bei der Bauteilebeschaffung. Laut Micrel werden bei der Senderausgangsstufe Induktivitäten von 680 und 820 nH benötigt (MICRF112/113). Nur gibt es offenbar weltweit keine solchen Bauteile, deren Resonanzfrequenz (SRF) weit genug über 433 MHz liegen würde. Die von Micrel angegeben Bestellnummern sind einfach falsch. Die SRF (Eigenresonanzfrequenz) sollte eigentlich ein Mehrfaches der Betriebsfrequenz betragen, aber die besten Bauteile haben bei 680 nH max. 650 MHz (Vishay IMC-0805-01) oder bei 820 nH gar nur 550 MHz (Vishay IMC-0805-01). Auf Nachfrage sagt Micrel dann, dass das nicht so schlimm sei...

Stichwörter: micrf002 micrf102 micrf112 micrf113 lpd ism pmr 433 mhz 446 mhz fmkit foxy rowalt avr attiny45 bake beacon fuchsjagd funkamateur rufzeichen peilen flugmodell orten notfunk

(05.09.2011)


Orbit Pocketlader, SIO-Schnittstelle

Das Schnittstellenkabel zum Anschluss des PC an den Pocketlader über RS232 (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

SIO2RS232

Das Schaltbild habe ich aus der Platine analysiert und die Bauelemente "erraten". Alle Angaben ohne Gewähr. Korrekturen/Hinweise willkommen. Hinweis: das Signal am mittleren Steckerkontakt (weiße Ader) wird von einem Push-Pull-Treiber von IC1 gesteuert. Eine Parallelschaltung mit anderen gleichartigen Ausgängen ist daher nicht zulässig.

Stichwörter: orbit pocketlader lipochecker sio2usb sio 3311 2951 ww1 rs232

(10.11.2010)


AVR-Experimentierplatine

Basierend auf dem Vorschlag von Roland Walter aus seinem Buch "AVR Mikrocontroller Lehrbuch" ISBN 978-3-9811894-4-5 habe ich eine Leiterplatte für den ATmega8 (auch 48/88/168, sowie ATtiny25/45/85/13) erstellt, die einige Verbesserungen gegenüber dem Original (siehe dort: Einführung1) hat: RS232 ohne Kreuzverbindung zum PC, Spannungszuführung über NV-Buchse, wahlweise 3,3 V oder 5,0 V-Versorgung, 6-poliger ISP-Stecker, zusätzliches Steckerfeld für externe Leitungen, Adaptierungsmöglichkeit für ATtiny45/13 direkt, ATtiny24/44/84 und 2313 über Adapterplatinchen, Befestigungslöcher für Abstandshalter/Füße, bei gleicher Größe (75x75 mm).

Daneben habe ich einen kleinen Adapter entworfen für Anpassung des ISP von/auf 6 und 10 Polen (23x22 mm).

Stichwörter: avr attiny45 atmega8 experimentierplatine isp programmierung bascom adapter

(05.09.2011)

 

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© Reinhard Weiß 2013, -2016 letzte Änderung: 02.12.2016 17:23 / 21